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FORTEPIANO
BY
NANNETTE
STREICHER
On the occasion of the
200th anniversary
of its production year in 2013, the
fortepiano op. 961 (inv. no. SAM 844)
by the famous and first female piano
maker Nannette Streicher, part of the
Collection of Historic Musical Instruments
(Sammlung alter Musikinstrumente)
of the Kunsthistorisches Museum
Vienna, was selected as the collection’s
main conservation project. At
that time, the instrument was highly
damaged, partially altered and rebuilt,
and in unplayable condition.
Before defining the aim of the project,
a hand drawn 1:1 engineering detail
drawing of the whole instrument was
made for documentation purposes. The
time consuming close examination of
the instrument’s existing state allowed
the goals of the conservation to be developed
gradually.
The question of playability remained
unanswered, since 25% of the preserved
strings appeared to be contemporary
with the piece. After a detailed
analysis of the scaling and stringing and
comparison with period instruments
from the same workshop, it became
clear that not only was the present
heavy stringing not original, it was also
responsible for the serious damage to
the wrest plank, hitchpin rail, and
soundboard. The suspicion of a cracked
wrest plank was confirmed by x-ray
examination.
After weighing the pros and cons, the
whole collection team decided by mutual
agreement to realize a complete
restoration including playability.
The entire project took about four
years. The main steps of the process
are presented, including the reconstruction
of the pedal rail; the restoration
of the wrestplank, hitchpin rail, soundboard,
and the action; and the treatment
of the surface. Reflections on the
scaling and an invisible method to restore
a cracked wrestplank while preserving
the historic material [Brosig,
2006] are also discussed.
The project was funded by the TANA
Trust London, Saskia van der Wel, and
Fritz Heller.
Im Frühjahr 2013, anlässlich des
200-Jahr-Jubiläums seiner Herstellung,
wurde die Restaurierung des Hammerflügels
(op.-Nr. 961; Inv.-Nr. SAM 844)
von Nannette Streicher, der ersten
Klaviermacherin der Geschichte, zum
Schwerpunktprojekt der Sammlung
alter Musikinstrumente des Kunsthistorischen
Museums Wien erklärt. Zu
diesem Zeitpunkt befand sich das Instrument
in einem stark beschädigten,
teils veränderten und umgebauten, unspielbaren
Zustand.
Zu Beginn war das Ziel der konservatorischen
und restauratorischen
Maßnahmen nur teilweise klar, so
dass zu Dokumentationszwecken und
zu einer vertiefenden Befundung zunächst
eine technische 1:1-Handzeichnung
des gesamten Instruments
angefertigt wurde. Die damit verbundene
intensive Auseinandersetzung
mit dem Bestand eröffnete die Möglichkeit,
schrittweise ein Restaurierungskonzept
zu formulieren.
Jedoch blieb die Frage nach der Wiederherstellung
der Spielbarkeit zunächst
offen, da ca. 25 % des erhaltenen
Saitenbezugs aus historischen,
jedoch stark korrodierten Saiten bestand.
Nach einer umfangreichen
Mensuranalyse und im Vergleich mit
erhaltenen Instrumenten der gleichen
Werkstatt wurde das überlieferte
Saitenmaterial jedoch letztlich aufgrund
der größeren Durchmesser und
schadensrelevanten Zugkräfte, die
zu erheblichen Beschädigungen des
Stimmstocks, des Anhangs und des
Resonanzbodens führten, als nicht
original eingeschätzt. Der Verdacht
auf einen vorliegenden Stimmstockriss
konnte durch eine Röntgenuntersuchung
bestätigt werden.
Schlussendlich wurde vom wissenschaftlichen
Team der Sammlung einvernehmlich
entschieden, den Hammerflügel
komplett zu restaurieren –
mit dem Ziel, ihn auch wieder spielen
zu können.
Im vorliegenden Beitrag werden die wesentlichen
Punkte des vierjährigen Res
taurierprojekts vorgestellt, wie die Rekonstruktion
des Pedalstegs, die Restaurierung
des Stimmstocks, des Anhangs,
des Resonanzbodens und der Mechanik
sowie die Regenerierung und Behandlung
der Oberfläche. Überlegungen zur
Mensurierung sowie eine unsichtbare,
materialschonende Methode zur Klebung
gerissener Stimmstöcke werden
ebenfalls besprochen und diskutiert.
Das Projekt wurde mit einer großzügigen
Spende durch den TANA Trust
London sowie Saskia van der Wel und
Fritz Heller unterstützt.
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