Full text: Mengs und Velázquez – Die Prinzessin von Neapel (29)

ANSICHTSSACHE #29 SEITE 18 
https://doi.org/10.60477/1vmj-6v35 
Abb. 3 
Gesamtaufnahme der Gemälderückseite mit originalem 
Rückseitenanstrich im Streificht. 
ist das Kleid in einer freieren, weniger detailliert ausge- 
führten Malweise gestaltet. Die Vielfalt des Pinselduktus 
und der Farbnuancen beeindrucken insbesondere in der 
Gestaltung des bunten Teppichs (vgl. Abb. 2a). 
Anlass der konservatorischen und restaura- 
torischen Maßnahmen 
Das Gemälde (vgl. Abb. 5a, b) präsentierte sich mit ver- 
schmutzten, gegilbten und getrübten Firnisüberzügen 
sowie nachgedunkelten Retuschen. Die originale Malerei 
ist auffallend gut erhalten – eine Seltenheit bei Tafelbildern 
dieser Zeit. Eine starre Rahmung und ungünstige klima- 
tische Bedingungen in der Vergangenheit verursachten 
Spannungen im Bildträger – dies zusammen mit mecha- 
nischen Beschädigungen und kleineren Malschichtabhe- 
bungen veranlassten 2023 eine Restaurierung. 
Die Maßnahmen umfassten die Reduzierung der 
veränderten Firnisüberzüge, die Abnahme von alten 
Retuschen, die Verleimung neuerer Haarrisse im Bildträ- 
ger sowie die Integration von Malschichtfehlstellen. 
Damit wurde nicht nur die Intensität der brillanten 
Farben der Malerei wieder voll zur Geltung gebracht, 
sondern es konnte allgemein sowohl die Stabilisierung 
des Bildträgers als auch ein geschlossenes Erscheinungs- 
bild erzielt werden. Zudem wurde das Gemälde zum 
Schutz vor Klimaschwankungen von einer in den Zier- 
rahmen integrierten Klimavitrine umschlossen. 
1 Die Abtreppung dieser Stufe beträgt bildseitig ca. 1,7 cm, der rückseitige 
Teil nur 0,8 cm, die Holzstärke ist 1,8 cm. Dies könnte bedeuten, dass 
das vierte Brett ursprünglich ebenfalls eine eingefräste Stufe hatte und 
die zu bemalende Bildfläche damit unten um 1,7 cm kürzer gewesen 
wäre. Alle Bretter könnten aus einem Stamm geschnitten sein und 
sind je nach Brettschnitt unterschiedlich gewölbt. 
Abb. 2a, b, c 
Details während der Reinigung: An der linken Seitenkante ist die originale Stufe sichtbar. Der gegilbte Firnis lässt die blaue Farbe des Teppichs grün 
erscheinen (Abb. links). Linke Seitenkante mit Tropfspuren der originalen Grundierung (Abb. Mitte). Rechte Seitenkante mit original abgestuftem 
Randbereich (Abb. rechts). Die Stufe an der Unterkante wurde vor dem Auftrag der Grundierung mit einer zusätzlichen Leiste ausgeglichen.
	        
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