Full text : Band 10 (102)

Die  Galerie  Erzherzog  Leopold  Wilhelms  und  die  Schatzkammer  Kaiser  Leopolds  I.  im  Jahre  1659

In  der  folgenden  Edition  der  Beschreibungen  Codebös  sind  identifizierte
Objekte  mit  einem  Fußnotentext  versehen,  der  die  heutigen  Standorte
und  Inventar-Nummern  der  Gegenstände  bekannt  gibt.  Im  Falle  von
Kunstwerken  aus  der  Galerie  Leopold  Wilhelms  werden  zudem  das  Folium
des  Inventars  von  1659,  auf  dem  das  Kunstwerk  aufscheint,  und  die  damalige ­
  Inventar-Nummer  angeführt.  Anmerkungen  geben  darüber  hinaus ­
  identifizierte  Personen,  Orte  und  Sujets  dargestellter  Kunstwerke  wieder. ­
  Ferner  werden  im  Fußnotentext  veraltete  und  umgangssprachliche
Wörter  sowie  spezielle  Fachvokabeln  übersetzt  und  -  falls  nötig  -  erklärt.
Der  Text  der  Handschrift  wurde  grundsätzlich  in  der  originalen  Schreibweise ­
  belassen.  Lediglich  die  Buchstaben  „v“  und  „u“  werden  in  der  Edition ­
  nach  ihrem  Lautwert  wiedergegeben.  Einfügungen  des  Herausgebers
wie  die  Auflösung  von  Abkürzungen  oder  der  Hinweis  auf  Irrtümer  und
Schreibfehler  sind  kursiv  und  stehen  in  eckigen  Klammern,  Zeilenumbrüche ­
  sind  durch  einen  Schrägstrich  gekennzeichnet.  Die  im  Original
am  rechten  oberen  Seitenrand  befindlichen  Seitenzahlen  erscheinen  innerhalb ­
  des  edierten  Textes  kursiv  und  in  geschwungenen  Klammern.

Zu  den  Kunst-  und  Wunderkammern  der  Habsburger ­
  siehe  Elisabeth  Scheicher,  Die  Kunst-  und  Wunderkammern ­
  der  Habsburger,  Wien  —  München  -
Zürich  1979.
Zu  diesem  päpstlichen  Zeugnis  siehe  Friedrich  Polleross, ­
  „Pro  decore  Majestatis“.  Zur  Repräsentation
Kaiser  Leopolds  I.  in  Architektur,  Bildender  und  Angewandter ­
  Kunst,  in:  Jahrbuch  des  Kunsthistorischen
Museums  Wien  4/5,  2002/2003,  238.
Gerard  Dou  (1613-1675),  Mädchen  am  Fenster  mit
Laterne,  Wien,  Kunsthistorisches  Museum,  Gemäldegalerie, ­
  Inv.-Nr.  583;  Inventar  1659,  fol.  280v,
Nr.  764;  Berger  1883  (zit.  Anm.  6),  CLI.
Vermutlich  die  Hirschjagd  des  Kurfürsten  Johann
Friedrich  von  Lucas  Cranach  d.J.  (1515-1586),  Wien,
Kunsthistorisches  Museum,  Gemäldegalerie,  Inv.-Nr.
  856;  Inventar  1659,  fol.  222v,  Nr.  350;  Berger
1883  (zit.  Anm.  6),  CXXXIII.
Hier  reißt  der  Satz  ab  und  bleibt  unvollendet.
Vermutlich  die  Eucharistie,  von  Fruchtgirlanden
umgeben  von  Jan  Davidsz  de  Heem  (1606-1683/84),
Wien,  Kunsthistorisches  Museum,  Gemäldegalerie,
Inv.-Nr.  571;  Inventar  1659,  fol.  187r—v,  Nr.  140;
Berger  1883  (zit.  Anm.  6),  CXXI.
Fetonte:  Phaethon,  Sohn  des  Sonnengottes  Helios.
Beide  Werke  von  Giulio  Romano  sind  im  Inventar
von  1659  verzeichnet  und  werden  dort  folgendermaßen ­
  beschrieben:  „Ein  Stuckh  von  Öhlfarb  auf  Holcz,
warin  der  Hercules  alsz  noch  ein  klines  Khindt  gantz
nackhent  auff  einem  Betth,  in  der  Handt  vnd  vmb
den  Leib  mit  Schlangen,  siezt  vnd  ein  nackhendte
Fraw  vor  Schröckhen  von  ihm  weckhlaufft,  oben  in
der  Höche  die  Göttin  Juno  vnd  vndenahn  ein  kleines
Hündl.  In  einer  blawen  vnd  zier  vergulden  Ramen,
die  Höche  7  Spann  2  Finger  vnd  die  Braidte  5  Spann.
Von  Julio  Romano“  (fol.  34r—v,  Nr.  118)  und  „Ein
Stuckh  von  Ohlfarb  auff  Holcz,  warin  die  Historia
von  Phäeton.  In  einer  glatt  vergulden  Ramen,  die
Höche  4  Span  9  Finger,  braidt  3  Spann  3  Finger.
Original  von  Julio  Romano“  (fol.  92v,  Nr.  457);  Berger ­
  1883  (zit.  Anm.  6),  XCIII  und  CXI.

Der  Bericht  des  italienischen  Gesandten  Codebö
Galleria  delfArciduca
A  di  detto  [8.  August  1659]  fossimo  ä  vedere  la  Galleria  dell’Arci-  /  duca
cosi  famosa.  Non  saprei  ridire  il  num  [ero],  /  la  Bontä,  Beltä,  e  prezzo  de
Quadri  che  vi  sono  /  obre  che  mi  manca  habilitä  per  conoscerle  [!],  e
favel-  /  larne.
Quattro  gran  loggie,  due  stanze,  et  un  Gamerino  di  quä  /  e  di  lä  sono
ripieni  di  Pitture  delle  migliori  /  mani  del  Mondo  io  ne  hö  rimarcate
alc/fone  /  poche  che  sono  le  seguenti.
{161}  La  Donna  col  lume  in  mano  depinta  dal  Dau  Olan-  /  dese  in  un
quadretto  coperto:  la  bellezza,  e  preg-  /  gio  di  q[ues]to  consiste  nel  rifflesso
  del  lume,  che  la  /  torcia  tramanda  al  volto  della  Donna  in  tal  mo-  /  do
che  resta  illuminato  non  altrim/<?»/ti  che  in  /  tempo  di  notte  vediamo  il
volto  di  chi  porta  in  /  mano  torcia  ö  Candella,  mä  tanto  ben  espresso  /
che  niente  piü 15 .
Pitture  di  marmo  dove  sono  effiggiate  figure  /  humane  picciole,  et  anche
d’Architettura  come  /  Colonati,  Architravi,  e  simili.  Qui  il  marmo  /  e
quello,  che  risalta  componendo  la  figura,  poi-  /  che  il  Colorato,  che  d’intorno
  il  circonda  non  serve  /  ad  altro  che  ä  relevar  quell’opera  maraviglio-  /
sa,  e  curiosa.
Li  Quattro  Elementi  in  legno  del  Piquer  Pittore  /  fiamengo  dove  si  vedono
  tutte  le  specie  di  {162}  Animali  Terrestri,  Aquatili,  Celesti,  et  Igniuo-/
  mi,  ciascuno  nel  suo  quadro  separato  bizzari  per  /  la  varietä.
La  Caccia  del  Rubens  fiamengo  in  quadro  grande  /  bella  per  la  novitä  del
modo  con  che  si  cacciano  /  i  leoni  nell’Indie  per  via  d’un  fiore  odorato.
La  Caccia  del  Cervo  in  aqua 16  da  noi  vista  in  prova,  di-  /  eci  giorni  sono
sop/r7a  l’Danubio  come  ä  [!] 17
Un  Calice  con  FOstia  sagrata  contorniato  da  tro-  /  fei  di  frutta  campestre
come  Uva,  Pere,  Prugne  etc.  /  che  ne  parve  curioso  per  la  novitä  del  Pen-•
  18
siero  .
L’Ercole,  et  il  Fetonte 19  di  Giulio  Romano 20 .
Li  Cinque  Martiri  d’Alberto  Duro.
            
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