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Heinrich Gerhard Franz
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31. Giovanni da Bologna, Allegorie auf die Herrschaft von Francesco I. von Toscana, Relief,
zwischen 1561-1565 entstanden. Wien, Kunsthistorisches Museum
, aus subtilen Strichlagen gestaltet, während sich nach links der freie Ausblick
Zeichnung Saverys im „Atlas Blaeu“
öffnet 16 .
Den spezifisch „rudolfimschen“ Charakter verdankt diese Landschaftskunst zweifellos den Impulsen die vom
Geschmack“ des Auftraggebers, Rudolfs II., ausgingen, dem zu gefallen die Künstler bemüht waren. Schon mit
er Auswahl der Künstler, die am Hof angestellt wurden, und der Vergabe von Aufträgen hat der Kaiser der
„rudolfmischen Kunst“ eine bestimmte Richtung gegeben, und die Frage ist berechtigt, ob und wie durch das
Zusammenwirken der nach Prag berufenen Künstler sich so etwas wie ein eigener „rudolfimscher“ Stil
herausgebildet hat.
„Rudolfinische“ Gemeinsamkeiten in der figuralen Kunst und die Verbindungen zur Landschaftsmalerei
Die stilistischen Gemeinsamkeiten sind vielleicht noch deutlicher in der figuralen Kunst zu konstatieren, in der
Malerei bei Bartholomaus Spranger, Josef Heintz und Hans von Aachen, um nur die wichtigsten zu nennen, in der
Skulptur bei Adrian de Vries und Giovanni da Bologna. Auf den ersten Blick laufen die figuralen Künste völlig
se bstandig neben der Landschaftskunst einher, die den frei geformten Erscheinungen der Natur zugewandt ist
während die Figurenkunst zu betont artifiziösen Bildungen führt. Doch weisen bei genauerem Zusehen beide
höchst verwandte Bildstrukturen und analoge Gestaltungsweisen auf, in Malerei wie in Skulptur. So läßt sich
im Bildaufbau dem Prinzip der „einseitigen Ausblickslandschaft“ der Landschaftskünstler der einseitig
asymmetrische Bildaufbau in der Figurenanordnung an die Seite stellen.
In fast modellhafter Weise bietet sich Bartholomäus Sprangers Bild „Salmacis und Hermaphrodit“ (Wien,
Kunsthistorischen Museum), zwischen 1580 und 1582 geschaffen, zum Vergleich an (Abb. 29f , Wie in einer
„einseitigen Ausbhckslandschaft“ ist die Figurengruppe in einer diagonalen Achse im Bildraum verteilt. Im linken
Vordergrund die in einer differenzierten oder sogar raffinierten Körperdrehung, um ihre Achse rotierend,
wiedergegebene Salmacis, am linken Bildrand und in unmittelbarer Betrachternähe angeordnet. Durch die helle
Beleuchtung und das Rot des zu Boden gefallenen Gewandes wird die Aufmerksamkeit des Betrachters auf diese
Randzone und dann über den diagonal zurückgeschobenen, gleichfalls in rotierendem Wuchs gegebenen Baum,
dessen Zweige diagonal bildeinwärts führen, auf die zweite, zurückgesetzte Figur gelenkt.
,6 ) „Prag um 1600“, Bd. 1 (zit. Anm. 10), S. 403, Nr. 283.
I7 ) „Prag um 1600“, Bd. 2 (zit. Anm. 1), S. 106 f. Nr. 575, farbige Abb. auf S. 101, Abb. 14.