Franz Unterkircher
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Zeit auch ein gewisses wissenschaftliches oder gesellschaftliches Ansehen besitzen, da ihn dei junge
Freiherr von Waldstein uni eine Eintragung in sein Stammbuch bat, in dem sonst nur die Namen des
genealogischen und des geistigen Adels Vorkommen.
Beschreibung der Handschrift
a) Das Äußere
Der Codex besteht aus 378 Papierblättern in der Größe von 283 x 175 mm. Die Papierblätter sind
einmal gefaltete Bogen mit dem Wasserzeichen eines einköpfigen Adlers. Das Wasserzeichen ist ähnlich
dem bei Briquet Nr. 119 abgebildeten, das nach dessen Angaben auf einem Papier vorkommt, das in
Den Haag 1593 benützt wurde.
Bis auf die leeren Blätter am Anfang und am Ende ist jede Seite mit einer schmalen Doppellinie
gerahmt, die den Schriftspiegel im Ausmaß von 230X 131 mm umschließt.
Die ersten drei B ätter sind leer; auf der Verso-Seite des dritten leeren Blattes befinden sich die
oben wiedergegebenen Notizen von Nessel und Denis. Das vierte Blatt enthält auf der Recto-Seite das
reichverzierte Titelblatt, auf der Verso-Seite die Basis huius operis, das ist eine dreispaltige Namensliste
von 101 Autoren, aus denen Gundlach geschöpft hat.
Die folgende leere Seite trägt unten die Lagenbezeichnung A. Auf dieses noch ungezählte Blatt, das
auch auf der Verso-Seite leer ist, folgt die erste Textseite mit der Paginierung 1. Diese Paginierung
läuft durch bis zum Ende des Textes auf pag. 700. Dieser ganze, umfangreiche Textteil ist in 27 sehr
ungleichmäßige Lagen eingeteilt. Die ersten 23 Lagen sind mit den fortlaufenden Großbuchstaben des
Alphabets bezeichnet, die restlichen 4 mit den ersten vier Großbuchstaben des lateinischen und den
jeweils beigesetzten Kleinbuchstaben des griechischen Alphabets. Der Umfang der Lagen schwankt
zwischen 4 und 26 Blättern. In den meisten Fällen ist für die Begrenzung der Lagen der Abschluß eines
Kapitels maßgebend. Auf der letzten Seite jeder Lage steht rechts unten das erste Wort oder die erste
Silbe des Anfangs der nächsten Lage. Alle Seiten beziehungsweise Doppelseiten mit Abbildungen sind
mit Fälzen im Lagenverband befestigt. Die Paginierung weist einige geringfügige Fehler auf. die beiden
Seiten 14 und 15 sind je zweimal gezählt - die Seite 406 ist ausgelassen, dafür die Seite 437 zweimal
gezählt — zwischen den Seiten 692 und 693 sind zwei nichtgezählte Blätter.
Auf das Blatt mit der Seitenzahl 700 folgt ein ganz leeres Blatt und ein weiteres Blatt, das bloß auf
der Recto-Seite die Index-Überschrift trägt; die folgenden 5 Blätter mit dem Index sind nicht gezählt,
ebenso 6 weitere Blätter, die zwar leer sind, aber den Linienrahmen besitzen. Auf diese Blätter folgen
noch 7 völlig leere Blätter. An der Vorderseite des Schnittes befinden sich zahlreiche kleine Griffe, die
das Aufschlagen der Kapitelbeginne erleichtern sollen; es sind versteifte rote Seidenbändchen, die
beiderseits der betreffenden Blätter befestigt sind.
Der Einband besteht aus starken Pappdeckeln, die mit olivgrünem Maroquin überzogen sind. Der
Rücken ist durch sieben echte Bünde in acht Felder geteilt, die Kapitale sind mit (stark verblaßter)
Seide in den Farben Blau, Rot und Gelb umstochen. Die Bünde sind mit Goldlinien von den Feldern
abgesetzt und tragen auch in der erhöhten Mitte eine Goldlinie; in der Mitte eines jeden Rückenfeldes
steht in Golddruck eine heraldische Lilie. Vorder- und Hinterseite des Buches sind in derselben Weise
verziert: am äußersten Rand zwei Blindlinien, dann zwei Rahmen, die von je zwei schmalen Goldlinien
gebildet werden. Die Ecken dieser zwei Rechtecke sind außen mit Palmettenstempel, innen mit Lilienstempel
in Golddruck verziert. Das sonst leere Mittelfeld trägt in der Mitte in Golddruck den Plattenstempel
eines großen, rautenförmigen Ornaments. Die grünen Schließbänder sind abgerissen.
Die Rückenfelder um die Kapitale sind stark von Würmern durchbohrt, und auch sonst zeigt der
Hinband einige Wurmlöcher; die Ecken und Ränder sind etwas bestoßen, die Deckelflächen geringfügig
beschädigt. Der Goldschnitt des Bandes ist gut erhalten.
Das zweitoberste Rückenfeld trägt einen teilweise abgerissenen Zettel mit der ebenfalls beschädigten
Aufschrift (in Versalien) Hispaniae descriptio in der Schrift Daniel Nessels. Auf dem zweituntersten
Rückenfeld klebt ein Zettel mit der Aufschrift Codex Hist. Prof. DCXXVI*, von der Hand Denis
geschrieben; er war es, der die Handschrift nach ihrer Wiedererwerbung unter der „Stern“-Signatur
in die Reihe der Handschriften der „Historia profana“ eingereiht hatte. Die Innenseite des Vorder-