Full text : Jahrbuch der Kunsthistorischen Sammlungen in Wien, Band 20 (N.F.) (XX=56)

Franz  Unterkircher

168
Zeit  auch  ein  gewisses  wissenschaftliches  oder  gesellschaftliches  Ansehen  besitzen,  da  ihn  dei  junge
Freiherr  von  Waldstein  uni  eine  Eintragung  in  sein  Stammbuch  bat,  in  dem  sonst  nur  die  Namen  des
genealogischen  und  des  geistigen  Adels  Vorkommen.

Beschreibung  der  Handschrift
a)  Das  Äußere
Der  Codex  besteht  aus  378  Papierblättern  in  der  Größe  von  283  x  175  mm.  Die  Papierblätter  sind
einmal  gefaltete  Bogen  mit  dem  Wasserzeichen  eines  einköpfigen  Adlers.  Das  Wasserzeichen  ist  ähnlich
dem  bei  Briquet  Nr.  119  abgebildeten,  das  nach  dessen  Angaben  auf  einem  Papier  vorkommt,  das  in
Den  Haag  1593  benützt  wurde.
Bis  auf  die  leeren  Blätter  am  Anfang  und  am  Ende  ist  jede  Seite  mit  einer  schmalen  Doppellinie
gerahmt,  die  den  Schriftspiegel  im  Ausmaß  von  230X  131  mm  umschließt.
Die  ersten  drei  B  ätter  sind  leer;  auf  der  Verso-Seite  des  dritten  leeren  Blattes  befinden  sich  die
oben  wiedergegebenen  Notizen  von  Nessel  und  Denis.  Das  vierte  Blatt  enthält  auf  der  Recto-Seite  das
reichverzierte  Titelblatt,  auf  der  Verso-Seite  die  Basis  huius  operis,  das  ist  eine  dreispaltige  Namensliste
von  101  Autoren,  aus  denen  Gundlach  geschöpft  hat.
Die  folgende  leere  Seite  trägt  unten  die  Lagenbezeichnung  A.  Auf  dieses  noch  ungezählte  Blatt,  das
auch  auf  der  Verso-Seite  leer  ist,  folgt  die  erste  Textseite  mit  der  Paginierung  1.  Diese  Paginierung
läuft  durch  bis  zum  Ende  des  Textes  auf  pag.  700.  Dieser  ganze,  umfangreiche  Textteil  ist  in  27  sehr
ungleichmäßige  Lagen  eingeteilt.  Die  ersten  23  Lagen  sind  mit  den  fortlaufenden  Großbuchstaben  des
Alphabets  bezeichnet,  die  restlichen  4  mit  den  ersten  vier  Großbuchstaben  des  lateinischen  und  den
jeweils  beigesetzten  Kleinbuchstaben  des  griechischen  Alphabets.  Der  Umfang  der  Lagen  schwankt
zwischen  4  und  26  Blättern.  In  den  meisten  Fällen  ist  für  die  Begrenzung  der  Lagen  der  Abschluß  eines
Kapitels  maßgebend.  Auf  der  letzten  Seite  jeder  Lage  steht  rechts  unten  das  erste  Wort  oder  die  erste
Silbe  des  Anfangs  der  nächsten  Lage.  Alle  Seiten  beziehungsweise  Doppelseiten  mit  Abbildungen  sind
mit  Fälzen  im  Lagenverband  befestigt.  Die  Paginierung  weist  einige  geringfügige  Fehler  auf.  die  beiden
Seiten  14  und  15  sind  je  zweimal  gezählt  -  die  Seite  406  ist  ausgelassen,  dafür  die  Seite  437  zweimal
gezählt  —  zwischen  den  Seiten  692  und  693  sind  zwei  nichtgezählte  Blätter.
Auf  das  Blatt  mit  der  Seitenzahl  700  folgt  ein  ganz  leeres  Blatt  und  ein  weiteres  Blatt,  das  bloß  auf
der  Recto-Seite  die  Index-Überschrift  trägt;  die  folgenden  5  Blätter  mit  dem  Index  sind  nicht  gezählt,
ebenso  6  weitere  Blätter,  die  zwar  leer  sind,  aber  den  Linienrahmen  besitzen.  Auf  diese  Blätter  folgen
noch  7  völlig  leere  Blätter.  An  der  Vorderseite  des  Schnittes  befinden  sich  zahlreiche  kleine  Griffe,  die
das  Aufschlagen  der  Kapitelbeginne  erleichtern  sollen;  es  sind  versteifte  rote  Seidenbändchen,  die
beiderseits  der  betreffenden  Blätter  befestigt  sind.
Der  Einband  besteht  aus  starken  Pappdeckeln,  die  mit  olivgrünem  Maroquin  überzogen  sind.  Der
Rücken  ist  durch  sieben  echte  Bünde  in  acht  Felder  geteilt,  die  Kapitale  sind  mit  (stark  verblaßter)
Seide  in  den  Farben  Blau,  Rot  und  Gelb  umstochen.  Die  Bünde  sind  mit  Goldlinien  von  den  Feldern
abgesetzt  und  tragen  auch  in  der  erhöhten  Mitte  eine  Goldlinie;  in  der  Mitte  eines  jeden  Rückenfeldes
steht  in  Golddruck  eine  heraldische  Lilie.  Vorder-  und  Hinterseite  des  Buches  sind  in  derselben  Weise
verziert:  am  äußersten  Rand  zwei  Blindlinien,  dann  zwei  Rahmen,  die  von  je  zwei  schmalen  Goldlinien
gebildet  werden.  Die  Ecken  dieser  zwei  Rechtecke  sind  außen  mit  Palmettenstempel,  innen  mit  Lilienstempel ­
  in  Golddruck  verziert.  Das  sonst  leere  Mittelfeld  trägt  in  der  Mitte  in  Golddruck  den  Plattenstempel
  eines  großen,  rautenförmigen  Ornaments.  Die  grünen  Schließbänder  sind  abgerissen.
Die  Rückenfelder  um  die  Kapitale  sind  stark  von  Würmern  durchbohrt,  und  auch  sonst  zeigt  der
Hinband  einige  Wurmlöcher;  die  Ecken  und  Ränder  sind  etwas  bestoßen,  die  Deckelflächen  geringfügig
beschädigt.  Der  Goldschnitt  des  Bandes  ist  gut  erhalten.
Das  zweitoberste  Rückenfeld  trägt  einen  teilweise  abgerissenen  Zettel  mit  der  ebenfalls  beschädigten
Aufschrift  (in  Versalien)  Hispaniae  descriptio  in  der  Schrift  Daniel  Nessels.  Auf  dem  zweituntersten
Rückenfeld  klebt  ein  Zettel  mit  der  Aufschrift  Codex  Hist.  Prof.  DCXXVI*,  von  der  Hand  Denis
geschrieben;  er  war  es,  der  die  Handschrift  nach  ihrer  Wiedererwerbung  unter  der  „Stern“-Signatur
in  die  Reihe  der  Handschriften  der  „Historia  profana“  eingereiht  hatte.  Die  Innenseite  des  Vorder-
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.