Full text : Jahrbuch der Kunsthistorischen Sammlungen in Wien, Band 19 (N.F.) (XIX=55)

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9.  Silbermissoriiim  Theodosius’  des  Großen,  Madrid,  Akademie 4

es  eine  Bildtradition  griechischer  Bühnendarstellungen  bis  in  die  Malerei  des  hohen  Mittelalters  gibt,
und  es  wäre  demnach  durchaus  möglich,  daß  bei  der  großen  Rolle,  die  das  Theater  an  sich  für  die  antike
Kultur  und  das  Szenenbild  für  die  antike  Kunst  spielte,  auch  in  der  spätantiken  Kunst  das  Mysterienspiel ­
  für  manche  Frage  der  Bildkomposition  verantwortlich  ist 17 .
In  ähnlicher  Weise  als  Versatzstücke,  nur  noch  isolierter,  sind  architektonisch  oft  nicht  näher  bestimmbare ­
  Details  auf  vielen  Sarkophagen  zu  verstehen,  wie  etwa  das  kleine  Gebäude  auf  dem  Relief  mit  der
Himmelfahrt  des  Elias  auf  einem  Lateransarkophag  (Abb.  6') 18  aus  der  zweiten  Hälfte  des  4.  Jahrhunderts. ­
  Das  hier  auftretende  Ausdrucksmittel,  den  Raum  durch  Versatzstücke  anzudeuten,  wurde
innerhalb  der  antiken  Kunst  weit  vor  dieser  Zeit  bereits  in  der  griechischen  Klassik  verwendet.  Dem-17
 )  Siehe  dazu  auch:  Biebek,  History  of  the  greek  and  roman  theatre,  Princeton  1939.
18 )  Museo  cristiano,  Nr.  198.

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