Full text : Jahrbuch der Kunsthistorischen Sammlungen in Wien, Band 17 (N.F.) (XVII=53)

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Erwin  Neumann,  Florentiner  Mosaik  aus  Prag

als  Vorstand  der  kaiserlichen  Hofwerkstatt  quittiert.  Es
bleibt  natürlich  noch  fraglich,  ob  diese  von  Miseroni  quittierte
Zahlung  überhaupt  auf  unseren  Kabinettschrank  zu  beziehen
ist.
Wien,  Sammlungen  des  Regierenden  Fürsten  von  Liechtenstein. ­

83.  Kabinettschrank  mit  drei  pietra  dura  -  Einlagen.
An  diesem  Kabinettschrank  befinden  sich  in  eigenartiger
Asymmetrie  an  der  linken  Seite  ein  und  an  der  rechten  Seite
zwei  Tableaus  mit  landschaftlichen  Darstellungen,  die
stilistisch  genau  mit  den  Tableaus  Kat.-Nr.  1,  3,  4  und  17
bis  30  übereinstimmen  und  demnach  der  Castrucci-Werkstatt
in  Prag  zuzuschreiben  sind:
a  (links):  Landschaft  mit  Gebäuden  auf  einem  Felsen,  rechts
ein  Mann,  der  eine  Last  über  einen  steilen  Weg  oder  eine
Treppe  trägt  (etwa  25:17  cm).
b  (rechts):  Landschaft:  Links  eine  Stadt  vor  Bergen,  in  der
Mitte  zwei  Bäume  und  ein  Fluß  mit  Brücke,  rechts  Häuser
und  ein  Mann  mit  Rückenkorb  (17.8:24.7  cm;  gegenwärtig
abmontiert  und  in  einer  Lade  des  Kabinettschrankes  liegend).
c  (rechts):  Landschaft:  Links  antikisierende  Ruinen,  vorne
ein  Bettler  mit  Hut  in  der  Hand  und  eine  almosenreichende
Frau,  rechts  Gewässer  mit  Ruderboot,  Felsen  mit  Burg,  Steilufer ­
  mit  Baum  (gegenwärtig  abmontiert  und  in  einer  Lade
des  Kabinettschrankes  liegend).

An  der  Vorderseite  des  Kabinettschrankes  eine  Reihe  einfacher ­
  Halbedelsteineinlagen.  Die  eigenartige  Asymmetrie
der  Anbringung  der  drei  Tableaus  (an  der  linken  Seitenwand
eines,  an  der  rechten  zwei)  erlaubt  vielleicht  den  Schluß,  daß
die  drei  zufällig  vorhandenen  Tableaus  der  Castrucci-Werkstatt
  zu  einem  etwas  späteren  Zeitpunkt  und  von  anderen
Handwerkern  zu  diesem  Schränkchen  verarbeitet  wurden.
Wien,  Sammlungen  des  Regierenden  Fürsten  von  Liechtenstein. ­

34.  Kabinettschrank  mit  Halbedelsteineinlagen.
In  der  Mitte  der  Vorderseite  befindet  sich  ein  kleines,  hochformatiges,
  etwa  11:14  cm  messendes  pietra  dura-Tableau  mit
einer  Ruinenlandschaft  (Rundturm,  davor  eine  Brücke  und
ein  kleines  Haus),  das  aus  stilistischen  Gründen  (mit  einigen
Vorbehalten)  der  Castrucci-Werkstatt  zuzuschreiben  ist.
Wien,  Sammlungen  des  Regierenden  Fürsten  von  Liechtenstein. ­

In  den  Sammlungen  des  regierenden  Fürsten  von  Liechtenstein ­
  befinden  sich  noch  einige  andere  Arbeiten  aus  Florentiner ­
  Mosaik,  die  höchstwahrscheinlich  ebenfalls  in  der
Kaiserlichen  Hofwerkstatt  in  Prag  entstanden  sind.  Sie
waren  dem  Verfasser  während  der  Niederschrift  dieses  Aufsatzes ­
  infolge  Verlagerung  nicht  zugänglich.  Ihre  Untersuchung ­
  und  Darstellung  muß  einer  späteren  Gelegenheit
überlassen  werden.
            
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