Full text : Jahrbuch der Kunsthistorischen Sammlungen in Wien, Band 17 (N.F.) (XVII=53)

Florentiner  Mosaik  aüs  Prag

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206.  Ansicht  des  Hradschins  in  Prag,  commesso  in  pietre  dure.  Kaiserliche  Hofwerkstatt  in  Prag,  Ende  16.  bis  Anfang  17.  Jh.
Wien,  Kunsthistorisches  Museum,  Sammlungen  für  Plastik  und  Kunstgewerbe,  Inv.-Nr.  3061  (S.  200,  Kat.-Nr.  20)

3.  Eingelegte  Arbeiten  aus  Halbedelsteinen  (Florentiner  Mosaiken)
a)  Zehn  „landschaften  aus  jaspis“  im  Gesamtwert  von  2.850  ß 72 .
b)  Fünf  fertige  commessi  („stuck“)  und  hundert  Platten  aus  Jaspis  und  Achat  zu  einem  noch  nicht
fertiggestellten  eingelegten  Tisch  im  Gesamtwert  von  3.360  ß 73 .
c)  „Ain  viereckichter  tisch  in  der  Kunstcammer  von  Alabaster  unterschiedlicher  färben,  in  weißen
marmelstain  eingeseczt,  darin  etliche  stuck  von  lapide  lazari,  geschäczt  per  1800  ß“ 74 .
d)  „Ain  tisch  stehet  im  Sommerhaus  von  orientalischem  Alabaster  und  lapide  lazari,  der  Boden  von
marmelstain,  welchen  der  herzog  von  Florencz  Kaiser  Rudolfo  hochlöblichster  gedechtnus  verehrt,  geschäczt ­
  per  5.000  ß 75 .
e)  „Ain  runde  tafel,  so  im  zimmer  neben  dem  spanischen  sali  stehet,  von  allerlei  gefärbten  cöstlichen
schönen  eingelegten  behmischen  jaspis,  agaten  und  granaten,  in  gold  und  silber  eingefaßt,  auf  aim  mit
figuren  von  metal  gegossenen  fueß,  welcher  geschäczt  worden  per  100.000  ß“ 76 .
f)  „Ain  schön  herrlicher  Schreibtisch  von  schönem  künstlichem  geschnittenen  japiß,  chalzedon  und
anderen  stainen,  mit  gold,  perln  und  edlgestain  geziert,  wird  geschätzt  auf  100.000  ß“ 77 .
g)  Dazu  kommt  noch  jener  von  Agostino  del  Riccio  und  von  Boetius  de  Boodt  beschriebene  florentinische
Tisch  von  1592—1597,  der  nur  im  Inventare  von  1607—1611,  nicht  aber  in  diesem  von  1619  und  auch  nicht
in  jenem  von  1621  erscheint;  seine  Herstellungskosten  hatte  Francesco  Vendramin  im  Jahre  1597  mit  „intorno
  a  20.000  scudi“  angegeben 78 .  Dieser  Tisch  scheint  schon  in  der  Regierungszeit  Kaiser  Matthias’  aus
der  Kunstkammer  entfernt  worden  zu  sein.
Der  Gesamtwert  der  in  dieser  Übersicht  spezifizierten  Gegenstandsgruppen  (Vorräte  von  Edel-  und
Halbedelsteinen,  Gemmen  und  Halbedelsteingefäße,  Arbeiten  aus  Florentiner  Mosaik)  beläuft  sich,
ungeachtet  der  sicherlich  noch  recht  zahlreichen  und  wahrscheinlich  auch  recht  wertvollen  ungeschätzten ­
  Objekte,  auf  insgesamt  282.477  Schock  Groschen:  das  ist  mehr  als  die  Hälfte  jener  Summe  von
72 )  ibid.  s.  11.
73 )  ibid.  S.  11.
74 )  ibid.  S.  12.
75 )  ibid.  S.  12.
76 )  ibid.  S.  llf.
”)  ibid.  S.  1.  Dieser  „Schreibtisch“  gelangte  1629  nach  Wien;  vgl.  Jb.  XXV/2,  S.  LVII,  Nr.  19434/2  und  S.LXIX,  Nr.  19440/DD.
78 )  Vgl.  oben  S.  169ff.

Jahrbuch  53

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