Full text : Jahrbuch der Kunsthistorischen Sammlungen in Wien, Band 15 (N.F.) (XV=51)

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Ort  Win  Gamber.  Harnischstudien  VI.  Stilgeschichte  des  Plattenharnisches  von  1440  —  1510

ANHANG
Die  Einzelteile  des  Harnisches

Entwicklung  des  italienischen  Visierhelms  (Seitenansicht,  darunter  Vorderansicht):

Abb.  81.
1.  Churburg  Nr.  57,  um  1420  (Marke  PG),  vgl.  Harnischstudien ­
  V.  Abb.  71.  Gespitzte  Glocke,  sehr  weit  vorspringendes ­
  Kinnreff,  daran  Kloben  für  Kettenpanzerkragen, ­
  ganz  kleiner  Gesichtsausschnitt.  Kein  Visier.
2.  Churburg  Nr.  18,  um  1430  (Marke  T).  Massive  Form.
Gespitzte  Glocke,  weit  vorspringendes  Kinnreff.  Das
absteckbarc  Visier  fehlt.
3.  Churburg  Nr.  20,  um  1445/50.  Noch  massive  Form.
Halbkugeliger,  kammloser  Scheitel,  einfache  Stirnverstärkung, ­
  absteckbares  „halbes“  Visier,  vorspringendes ­
  Kinnreff,  kleiner  T-förmiger  Gesichtsausschnitt.
Von  nun  an  gehört  stets  Stielscheibe  im  Nacken  (fehlt
meistens)  und  Vorschnallbart  zum  Armet.  Am  Scheitel
Stange  für  hohe  Helmzier.  Vgl.  Bau  und  Ausstattung
von  Helm  9.
4.  Sanctuarium  Nr.  3,  um  1455.  Schwacher  Helmkamm,
gotisch  reich  konturierte  Stirnverstärkung,  steilere
Kinnlinie,  Halsrand  leicht  abstehend,  Gesichtsausschnitt
(hier  dreieckig)  vergrößert.  Vorderansicht  schmal
eiförmig,  gotisch-steiler.

5.  Sanctuarium  Nr.  2,  um  1460  (datierbar  nach  der  laut
Marken  zugehörigen  Brust,  Sanctuarium  2).  Scheitelund ­
  Nackenlinie  stärker  geschwungen,  Kinnlinie  ausgeprägter ­
  (Linienstil  der  Sechzigerjahre),  Halsrand
bildet  im  Nacken  kleines  Schirmchen,  Gesichtsausschnitt
vergrößert  (vgl.  Helm  3).
6.  Zürich,  Landesmuseum  16807  (aus  Aarau,  vielleicht
ursprünglich  aus  der  Burgunderbeute),  um  1470.
Aufbau  einfacher  und  steiler,  zwischen  Helm  5  und  7
interpolierbar.
7.  Sanctuarium  Nr.  1,  um  1480/90.  Helm  en  face  und  im
Profil  breiter  gebaut.  Ausgeprägtes  Kinn,  deutlicher
Nackenschirm,  Stirnverstärkung  barockgotisch  reich
konturiert.  Vgl.  Helm  10.
8.  Sanctuarium  Nr.  6,  um  1490/1500.  Aufbau  der  Kugelform ­
  angenähert.  Deutlicher  Nackenschirm,  sehr  großer
Gesichtsausschnitt.
9.  Aus  TJccello,  Reiterscblacht,  gemalt  um  1457.  London,
National  Gallery.  Vgl.  Helm  3.
10.  Aus  den  Intarsien  des  herzoglichen  Studios,  kurz  nach
1477.  Urbino,  Palazzo  Ducale.  Vgl.  Helm  7.  Hier  Vorschnallbart ­
  und  Kettenpanzerkragen  abgebildet.
            
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