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H. von He Ute i.ic. J ost Burgis Beitrag zur Formentwicklung der Uhren
(Reta) sind am feststehenden Untergrund die Höhenkreise (Almukantarat) des Himmelsgewölbes — zentriert um den Zenit —
ersichtlich.
18 ) Sonnen- und Mond-Zeigerbunde enthalten zum Antrieb der Mondkugel ein ebenes Schneckengetriebe (Konchoidengetriebe).
19 ) (Zu Abb. 173.) Die große (jüngere) Kasseler Himmelsglobusuhr ist durchwegs vergoldet. Sie hat geneigte Rotationsachse und
direkte Betätigung der im Himmelsnordpol angebrachten Uhr. Der entsprechende Ziffernring ist I —XII geteilt und besitzt
Minutenzeiger. Der horizontale Tragreifen entspricht dem Beschauerhorizont. Am Scheitel des Meridianreifens befindet sich ein
becherförmiger Kompaßträger. Kalendermechanismus und Sonnenumlauf entsprechen der älteren Globusuhr. Entstanden um
1592 in Kassel. Inv. Nr. B III, 94.
20 ) (Zu Abb. 174.) Beide Breitseiten der zweiten Kasseler Experimentier- und Observationsuhr sind aus glattem, vergoldetem
Messingblech mit aufgelegten, schmalen, silbernen Ziffernringen. Gehäuserahmen aus Ebenholz. Im Sockel ist ein vollausgebildeter
Kreuzschlag verborgen. Das kreisrunde Loch links unter der Glocke dient zur Veränderung der Ganggeschwindigkeit
durch Veränderung der Remontoir-Vorspannung. Um 1595, in Kassel angefertigt. Inv. Nr. B III, 43.
21 ) (Zu Abb. 176.) Nach Entfernung des in einem Bronzerahmen gefaßten Glasfensters sind Haupttriebrad und kronenförmiges
Gangrad sichtbar; sie zeigen deutlich den typischen, sehr gleichmäßigen Zahnschnitt Burgis. Vierkant oberhalb Fensteröffnung
dient zum Aufzug.
““) (Zu Abb. 17/.) Im Oberteil befindet sich das halbtägig betätigte Federzugsremontoir. Die Federtrommel wirkt vermittels einer
dünnen Saite auf die mit dem Haupttriebrad verbundene Trommel. Die beiden Federtrommeln mit vertikaler Welle dienen einerseits
für das Schlagwerk und andererseits für die Wiederaufziehung des Remontoirs.
23 ) (^ ll Abb. 178.) Das obere Blatt der Wiener Planetenuhr gibt eine ebene, heliozentrische Darstellung der Planetenbewegungtu 1,
die man am besten als ein Kompromiß zwischen „tychonisch“ und kopernikanisch bezeichnen könnte: die Planeten bewegen
sich um die Sonne als Mittelpunkt, um den auch der Tierkreis rotiert. Die Sonnenabstände, namentlich von Jupiter und Saturn,
sind allerdings nicht maßstabsgerecht. Die Erde ist mit einem zwischen Venus und Mars gelegenen Abstand als kreisrunde
Bohrung in der Deckglasplatte unter der Sonne dargestellt; von ihr ausgehend sind in Abständen von je 15 Grad (entsprechend
einer Stunde) radiale Linien in die Glasplatte eingraviert. Das untere Blatt auf der Vorderseite gibt die ältere, geozentrische
Repräsentation der Sonnen- und Mondbewegung im Tierkreis wieder. Hier sind Sonnen-, Mond- und Drachenstandszeiger vorgesehen,
ferner ein Datumszeiger und ein Zeiger für die halbe (deutsche) Stundenzählung mit der Einteilung I —XII. Zwischen
den beiden Hauptblättern sind zwei kleine Hilfszifferblätter angeordnet. In dem zylindrischen Aufbau des Gehäuses befindet sich
ein großer Windflügel, der eine vergoldete Kugel trägt. Dieselbe ist im gläsernen Fuß der türmchenartigen Deckelbekrönung
sichtbar. Der Deckel selbst ist abnehmbar, auf seiner horizontalen Oberseite sind Sol und die sieben Planeten eingraviert. Inv.
Nr. 846.
21 ) Beschreibungsblatt der Sonderausstellung des Joanneums: Astronomische Instrumente und Uhren, Graz, Sommer 1953.
25 ) (^ u Abb. I 79.) Bei dieser Lage des aus dem Gehäuse herausgezogenen Uhrwerkskörpers sind die drei übereinander angeordneten
Ziflerblätter ganz rechts zu denken. Der Rahmen des Werkes wird durch die beiden Flansche (oben und unten) und die verbindenden
Säulen gebildet.
2ß ) (Zu Abb. 181.) Der Globus ist entlang des Tierkreises geteilt; zwischen den beiden Bronzegußeinfassungen bewegt sich ein
eingelassener Stahlreifen mit einem Sonnenbildchen, das einmal im Jahr den ganzen Kreisumfang zurücklegt. Antrieb desselben
erfolgt über die im Inneren des Himmelsglobus eingebaute Armillarsphäre aus gebläutem Stahl. Diese wird relativ zu der Himmelsglobusbewegung
durch das am Unterteil ersichtliche Getriebe aus bombierten eisernen Zahnrädern, die versilbert sind, angetrieben.
27 ) (Zu Abb. 180.) Die Rückseite der Bergkristalluhr enthält ein Mondindikationsblatt. Oben am Blatt rotiert eine kleine Mondkugel
aus Halbedelstein, halb dunkel, halb hell. Darunter ist ein Mondalterblatt mit 29% Tagesteilungen sowie den Diagrammen
der Trigone, Gevierte und Sextile angebracht. Die beiden größeren Federgehäuse am Boden dienen für das Viertel- und Stundenschlagwerk;
das kleine Federgehäuse im Hintergrund gehört zum Remontoir, das viertelstündlich nachgezogen wird.