Full text : Jahrbuch der Kunsthistorischen Sammlungen in Wien, Band 15 (N.F.) (XV=51)

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H.  von  He  Ute  i.ic.  J  ost  Burgis  Beitrag  zur  Formentwicklung  der  Uhren

(Reta)  sind  am  feststehenden  Untergrund  die  Höhenkreise  (Almukantarat)  des  Himmelsgewölbes  —  zentriert  um  den  Zenit  —
ersichtlich.
18 )  Sonnen-  und  Mond-Zeigerbunde  enthalten  zum  Antrieb  der  Mondkugel  ein  ebenes  Schneckengetriebe  (Konchoidengetriebe).
19 )  (Zu  Abb.  173.)  Die  große  (jüngere)  Kasseler  Himmelsglobusuhr  ist  durchwegs  vergoldet.  Sie  hat  geneigte  Rotationsachse  und
direkte  Betätigung  der  im  Himmelsnordpol  angebrachten  Uhr.  Der  entsprechende  Ziffernring  ist  I  —XII  geteilt  und  besitzt
Minutenzeiger.  Der  horizontale  Tragreifen  entspricht  dem  Beschauerhorizont.  Am  Scheitel  des  Meridianreifens  befindet  sich  ein
becherförmiger  Kompaßträger.  Kalendermechanismus  und  Sonnenumlauf  entsprechen  der  älteren  Globusuhr.  Entstanden  um
1592  in  Kassel.  Inv.  Nr.  B  III,  94.
20 )  (Zu  Abb.  174.)  Beide  Breitseiten  der  zweiten  Kasseler  Experimentier-  und  Observationsuhr  sind  aus  glattem,  vergoldetem
Messingblech  mit  aufgelegten,  schmalen,  silbernen  Ziffernringen.  Gehäuserahmen  aus  Ebenholz.  Im  Sockel  ist  ein  vollausgebildeter
  Kreuzschlag  verborgen.  Das  kreisrunde  Loch  links  unter  der  Glocke  dient  zur  Veränderung  der  Ganggeschwindigkeit
durch  Veränderung  der  Remontoir-Vorspannung.  Um  1595,  in  Kassel  angefertigt.  Inv.  Nr.  B  III,  43.
21 )  (Zu  Abb.  176.)  Nach  Entfernung  des  in  einem  Bronzerahmen  gefaßten  Glasfensters  sind  Haupttriebrad  und  kronenförmiges
Gangrad  sichtbar;  sie  zeigen  deutlich  den  typischen,  sehr  gleichmäßigen  Zahnschnitt  Burgis.  Vierkant  oberhalb  Fensteröffnung
dient  zum  Aufzug.
““)  (Zu  Abb.  17/.)  Im  Oberteil  befindet  sich  das  halbtägig  betätigte  Federzugsremontoir.  Die  Federtrommel  wirkt  vermittels  einer
dünnen  Saite  auf  die  mit  dem  Haupttriebrad  verbundene  Trommel.  Die  beiden  Federtrommeln  mit  vertikaler  Welle  dienen  einerseits ­
  für  das  Schlagwerk  und  andererseits  für  die  Wiederaufziehung  des  Remontoirs.
23 )  (^ ll  Abb.  178.)  Das  obere  Blatt  der  Wiener  Planetenuhr  gibt  eine  ebene,  heliozentrische  Darstellung  der  Planetenbewegungtu  1,
die  man  am  besten  als  ein  Kompromiß  zwischen  „tychonisch“  und  kopernikanisch  bezeichnen  könnte:  die  Planeten  bewegen
sich  um  die  Sonne  als  Mittelpunkt,  um  den  auch  der  Tierkreis  rotiert.  Die  Sonnenabstände,  namentlich  von  Jupiter  und  Saturn,
sind  allerdings  nicht  maßstabsgerecht.  Die  Erde  ist  mit  einem  zwischen  Venus  und  Mars  gelegenen  Abstand  als  kreisrunde
Bohrung  in  der  Deckglasplatte  unter  der  Sonne  dargestellt;  von  ihr  ausgehend  sind  in  Abständen  von  je  15  Grad  (entsprechend
einer  Stunde)  radiale  Linien  in  die  Glasplatte  eingraviert.  Das  untere  Blatt  auf  der  Vorderseite  gibt  die  ältere,  geozentrische
Repräsentation  der  Sonnen-  und  Mondbewegung  im  Tierkreis  wieder.  Hier  sind  Sonnen-,  Mond-  und  Drachenstandszeiger  vorgesehen, ­
  ferner  ein  Datumszeiger  und  ein  Zeiger  für  die  halbe  (deutsche)  Stundenzählung  mit  der  Einteilung  I  —XII.  Zwischen
den  beiden  Hauptblättern  sind  zwei  kleine  Hilfszifferblätter  angeordnet.  In  dem  zylindrischen  Aufbau  des  Gehäuses  befindet  sich
ein  großer  Windflügel,  der  eine  vergoldete  Kugel  trägt.  Dieselbe  ist  im  gläsernen  Fuß  der  türmchenartigen  Deckelbekrönung
sichtbar.  Der  Deckel  selbst  ist  abnehmbar,  auf  seiner  horizontalen  Oberseite  sind  Sol  und  die  sieben  Planeten  eingraviert.  Inv.
Nr.  846.
21 )  Beschreibungsblatt  der  Sonderausstellung  des  Joanneums:  Astronomische  Instrumente  und  Uhren,  Graz,  Sommer  1953.
25 )  (^ u  Abb.  I  79.)  Bei  dieser  Lage  des  aus  dem  Gehäuse  herausgezogenen  Uhrwerkskörpers  sind  die  drei  übereinander  angeordneten
Ziflerblätter  ganz  rechts  zu  denken.  Der  Rahmen  des  Werkes  wird  durch  die  beiden  Flansche  (oben  und  unten)  und  die  verbindenden ­
  Säulen  gebildet.
2ß )  (Zu  Abb.  181.)  Der  Globus  ist  entlang  des  Tierkreises  geteilt;  zwischen  den  beiden  Bronzegußeinfassungen  bewegt  sich  ein
eingelassener  Stahlreifen  mit  einem  Sonnenbildchen,  das  einmal  im  Jahr  den  ganzen  Kreisumfang  zurücklegt.  Antrieb  desselben
erfolgt  über  die  im  Inneren  des  Himmelsglobus  eingebaute  Armillarsphäre  aus  gebläutem  Stahl.  Diese  wird  relativ  zu  der  Himmelsglobusbewegung ­
  durch  das  am  Unterteil  ersichtliche  Getriebe  aus  bombierten  eisernen  Zahnrädern,  die  versilbert  sind,  angetrieben.
27 )  (Zu  Abb.  180.)  Die  Rückseite  der  Bergkristalluhr  enthält  ein  Mondindikationsblatt.  Oben  am  Blatt  rotiert  eine  kleine  Mondkugel
aus  Halbedelstein,  halb  dunkel,  halb  hell.  Darunter  ist  ein  Mondalterblatt  mit  29%  Tagesteilungen  sowie  den  Diagrammen
der  Trigone,  Gevierte  und  Sextile  angebracht.  Die  beiden  größeren  Federgehäuse  am  Boden  dienen  für  das  Viertel-  und  Stundenschlagwerk; ­
  das  kleine  Federgehäuse  im  Hintergrund  gehört  zum  Remontoir,  das  viertelstündlich  nachgezogen  wird.
            
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