Full text : Jahrbuch der Kunsthistorischen Sammlungen in Wien, Band 9 (N.F.) (IX=45)

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Abb.  57.  Pluvialschild  in  Hochreliefstickerei  mit  Madonna,  St.  Jakobus  und  St.  Katharina.
Wien,  Erzbischöfliches  Dom-  und  Diözesan-Museum.

EINE  HOCHRELIEFSTICKEREI  DES  16.  JAHRHUNDERTS
IM  WIENER  DIÖZESANsMUSEUM.
VON  BETTY  KURTH.
I n  dem  vor  kurzer  Zeit  neugegründeten  Diözesan-Museum,  dessen  künstlerisches  Erlebnis  der  Initiative  des
verehrten  Kardinal  Erzbischofs  Dr.  Theodor  Innitzer  zu  danken  ist,  wird  unter  anderen  Schätzen  eine  der
wertvollsten  Zimelien  deutscher  Bildstickerkunst  zur  Schau  gestellt.  Das  kleine  Wunderwerk,  Rückenschild
(Kapuze)  eines  Pluviales,  36Va  cm  hoch,  31V2  cm  breit,  stammt  aus  der  Reliquienschatzkammer  von
St.  Stephan 1  und  stellt  die  Mutter  Gottes  mit  dem  Jesuskind  zwischen  den  Heiligen  Katharina  und  Jakobus
dar. 2  Die  Arbeit  ist  in  der  seltenen  Technik  der  Hochreliefstickerei  hergestellt  (Abb.57).  Über  einer  sorgfältig
modellierten  Steifleinen-,  Pappe-  und  Watteunterlage  sind  die  Gesichter  in  dünner  naturfarbener  Seide  eingefügt, ­
  die  Gewänder  in  aufgelegten,  von  Überfangstichen  gehaltenen  Gold-  und  Seidenfäden  gestickt,  der
1  Hermann  Zschokke,  Die  Reliquienschatzkammer  der  Metropolitankirche  zu  St.  Stephan  in  Wien.  Wien  1904,  S.  18.—
Geschichte  der  Stadt  Wien,  III.  Bd.,  II.  Hälfte,  laf.  LX,  S.  605.
2  Führer  durch  das  Erzbischöfliche  Dom-  und  Diözesanmuseum  in  Wien.  Wien  1933,  S.  32,  E.  128.

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