Abb. 168. Artemisia Gentileschi, Heilige Magdalena. Wien, Kunsthistorisches Museum.
SE1CENTOSTUDI EN.
VON OTTO BENESCH.
I. ZU BERNARDO CAVALLINOS WERDEGANG 1 .
ie schicksalhafte Bedeutung, die Caravaggio für die italienische Seicentomalerei hatte, vermag wohl nichts
besser zu illustrieren als die neapolitanische. Caravaggio ist in ihr vom ausklingenden Manierismus bis
zum beginnenden Klassizismus für die meisten führenden Künstler, zumindest in ihren Anfängen, die Grundlage
schlechthin und sein Geist ist auch in dem Wirken der Maler, die anderen Zielen zustrebten und deren Weg
nicht mit der konsequenten Weiterentwicklung der Caravaggieske in das Barock zusammenfiel, vernehmbar.
1 Der Aufsatz Sestieris zum gleichen Thema »Cenni sullo svolgimento dell’ arte di B. Cavallino« (L’arte, Decembre 1920)
war mir bei Niederschrift dieser Zeilen noch nicht bekannt. Während er die Erklärung der Kunst Cavallinos aus dem engeren
Rahmen der neapolitanischen Malerei allein gibt, ist im Folgenden vor allem die Einstellung in die allgemeine europäische
Entwicklung versucht.