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gängigen Meinung widersetzt, und der amerikanische Connaisseur Bernard
Berenson (1957) für
autograph.33
Wethey (1969; mit einer Datierung zwischen 1520
und 1530) und Pallucchini (1969) schreiben es der Werkstatt zu. Ihre Tizian-Monographien
sind bis heute Standardwerke. 1968 wird der erste Teil der
Sekundär galerie eröffnet, 1971 der
zweite.34
Da möglichst viele Gemälde gezeigt
werden sollen, erinnert auch diese Präsentation an die Hängungen im 19. Jahrhundert.
Tizians Christus mit der Weltkugel wird mit der Zuschreibung »Tizian-Werkstatt«
ausgestellt
(Abb.
9).35
Mit ihrer Neupräsentation der italienischen Malerei zu Beginn der 90er Jahre
des letzten Jahrhunderts zeigte Sylvia Ferino-Pagden, seinerzeit Kuratorin für
italienische Malerei an der Gemäldegalerie, unsere Salvator Mundi-Darstellung
erstmals wieder in der Primärgalerie (1. Stock): Mit der Integration des Werkes
im neu ausgestalteten Tiziansaal hatte der Christus mit der Weltkugel einen ihm
angemessenen Platz gefunden. Mit der Präsentation wurde die Qualität zunehmend
deutlich – mit Folgen für die Zuschreibung. Denn damit rückte das Werk
wieder in den Fokus des Interesses: 2003 interpretiert Francesco Saracino die
Inschrift des Wiener
Gemäldes.36
Die Diskussionen um Zuschreibung und Datierung
halten an: Während Irina Artemieva (2007) im Wiener Gemälde eine Kopie
nach einem Werk der Eremitage
erkennt,37
schreibt es Ferino-Pagden (2012)
»Tizian und seiner Werkstatt« mit einer Datierung um 1530
zu.38
Joannides (2019)
hält es erstmals wieder für »fully
autograph«.39
Abb. 9
Sekundärgalerie, Aufstellung Italien, 2. Stock, Raum VIII, Aufnahme von 1971