Zusammenfassung
Rubens schafft mit seinem Haupt der Medusa ein Gemälde, das vermutlich im
Wettstreit mit der nur durch Vasaris Beschreibung überlieferten Version
Leonardos und Caravaggios Medusenschild steht.
Er hat von dieser originellen Komposition zumindest eine auf Eiche und eine
auf Leinwand geschaffen: bereits zu Lebzeiten des Künstlers ist ein Haupt der
Medusa in der Sammlung des reichen, ursprünglich flämischen Kaufmanns
Nicolaes Sohier in Amsterdam dokumentiert und eine weitere in London, in der
Sammlung von George Villiers, 1st duke of Buckingham.
Während die Stationen der Wiener Version über Amsterdam, Antwerpen und
Prag bis nach London zurückverfolgt werden können, verliert sich die Spur jener
von Nicolaes Sohier 1719 in Den Haag. Wahrscheinlich handelt es sich aber dabei
um das Gemälde, das fast 100 Jahre später in Prag dokumentiert ist und sich jetzt
in der Mährischen Galerie in Brno befindet. Bei dieser Ansichtssache sind beide
Versionen erstmals nach ihrer Entstehung in der Werkstatt des Rubens wieder in
einem Raum zu sehen.
Abstract
With his Head of Medusa, Rubens created a painting which likely competes with
the work by Leonardo, only documented in Vasari’s descriptions, and Caravaggio’s
Medusa shield.
He executed this inventive composition once on oak panel and once on
canvas: During Rubens’ lifetime, one Head of Medusa was documented in the
collection of the wealthy, originally Flemish merchant Nicolaes Sohier in
Amsterdam and another one in London, in the collection of George Villiers, 1st
Duke of Buckingham.
While the whereabouts of the Viennese painting can be traced back via
Amsterdam, Antwerp and Prague all the way to London, the trail of Nicolaes
Sohier’s version is lost 1719 in The Hague. However, it’s likely the same painting
that was documented almost 100 years later in Prague and is now located in the
Moravian Gallery in Brno. In this Point of View, both versions can be seen in the
same room for the first time since their creation in Rubens’ workshop. 33