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Nur in einer Szene legt Perseus das Haupt ab: Nach der Rettung Andromedas
wäscht er seine Hände und bettet deshalb zuvor das Haupt mit den Schlangen auf
Wasserpflanzen, die daraufhin verhärten und zu Korallen werden
(Metamorphosen
IV, 742–750), was in Rubens’ Bild aber nicht dargestellt ist.
Im Wettstreit mit Leonardo und Caravaggio
Mit dem Gemälde nimmt Rubens den Wettstreit mit zwei großen Vorgängern
bei diesem Thema auf, Leonardo da Vinci (1452–1519) und Michelangelo Merisi
da Caravaggio (1571–1610) (Abb. 5).
Vasari berichtet
155010
relativ ausführlich, wie Leonardo mittels der täuschend
echten Darstellung allerlei Ungetiers die Wirkung einer Medusa auf einem runden
Schild erzielt. Dazu schließt er sich in einem Zimmer mit allerlei Ungetier
ein (Falter, Glühwürmchen, Fledermäuse, Schlangen und andere Tiere), studiert
diese Tiere und schafft ein Monster: »[...] uno animalaccio molto orribile e
spaventoso; il quale avvelenava con l’alito, e faceva l’aria di fuoco. E quello fece
vscire d’una pietra scura, e spezzata, buffando veleno da la gola aperta, fuoco da
gl’occhi, e fumo dal naso si stranamente, che pareva monstruosa, e horribile cosa
affato.« ([...] ein sehr schreck liches und furchteinflößendes Untier, das mit seinem
Atem die Luft vergiftete und in Brand setzte. Und er ließ es aus einem dunklen
und zerborstenen Stein hervorkommen, Gift schnaubend aus dem offenen
Rachen, Feuer aus den Augen und Rauch aus der Nase, so seltsam, daß es durchaus
ein monströses und schreckliches Ding
schien.)11
Dieses Monster war vermutlich keine Medusa, sondern löste nur denselben
Effekt aus. Doch spricht Vasari außerdem von einem Ölgemälde mit einer
Abb. 4: Amphisbaena Europea, Detail aus: Francisco Hernándéz et al., Rerum medicarum Novae
Hispaniae thesaurus, Rom 1651, lib. 10, p. 797