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Albtraumhaft Schön:
Rubens’ Wiener Medusenhaupt trifft
auf die Brünner Fassung
Gerlinde Gruber
Rubens’ Haupt der Medusa ist zu Lebzeiten des Künstlers gleichzeitig in zwei
verschiedenen Sammlungen überliefert. Es gab demnach zumindest zwei
Versionen davon. Der folgende kurze Beitrag konzentriert sich, da das Forschungsprojekt
dazu noch nicht abgeschlossen ist, auf den historischen Kontext und die
Provenienz der beiden Gemälde.
Rubens’ Haupt der Medusa
Ovid lässt in seinen Metamorphosen (IV, 794–802) den Helden Perseus erzählen, wie
die schöne, sterbliche Gorgone
Medusa1
zum todbringenden Ungeheuer geworden
sei: Neptun vergewaltigte sie im Tempel der Minerva, und diese bestrafte das Opfer,
indem sie Medusas herrliches, vielbewundertes Haar in hässliche Schlangen verwandelte;
der Anblick Medusas versteinerte daraufhin jeden. Perseus selbst umging diese
Gefahr, indem er die schlafende Gorgone in der spiegelnden Fläche seines Schildes
betrachtete und so ohne direkten Blickkontakt enthauptete (IV, 779–786).
Abb. 3: Hieronymus Wierix nach
Marten de Vos, Detail aus: Triumph
der Wahrheit. Amsterdam, Rijksmuseum