Full text : Auferweckung am Arno : Ciro Ferris Wunder des hl. Zenobius (22)

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Aus der Sicht der Restauratorin   Ina Slama

Maltechnologische Untersuchungen bestätigen, dass Ciro Ferri bei der Wahl
der Materialien größten Wert auf die Verwendung höchster   Qualität gelegt
hat. Beispielsweise besteht der originale, heute rund 7

m2

 messende Bildträger
 aus nur einer einzigen

Leinwand1

und nicht – wie bei den  meisten
Großformaten – aus mehreren miteinander vernähten  Leinwandstücken.
Diese Leinwand musste mit deutlich größerem   (Kosten)Aufwand auf   einem
doppelt breiten Webstuhl hergestellt werden. Die   darauf aufgebrachte Grundierung
 war, im Gegensatz zu den meisten Grundierungen im   Italien des
17. Jahrhunderts, nicht rötlich-braun, sondern in einem hellen   Graubeige
 gehalten, wodurch insgesamt die kühle   Tonalität des Bildes   bestimmt
 wurde. Ausgehend von Skizzen, vor allem aber von einer  quadrierten Vorstudie
 (siehe den Beitrag von Gudrun Swoboda), vergrößerte er die Komposition
 und übertrug diese mit dem Pinsel und kohlen stoffreicher schwarzer
Farbe auf den grauen Untergrund. Ferris   Palette enthielt neben Bleiweiß,
verschiedenen Erdpigmenten, rotem Farblack, Ultramarinblau und Kohlenstoffschwarz
 vermutlich auch Bleizinngelb, Zinnober und Kupferpigment.
Das farb- und kostenintensive Ultramarin kommt allerdings nicht nur in
den blauen Gewändern vor, sondern ebenso als Ausmischung mit rotem
Farblack im rötlich violetten Kleid der knienden jungen Frau.

Der Malschichtauftrag ist vielschichtig, und die Körnung der  Pigmente
ist auffallend inhomogen, wodurch unterschiedlich raue Oberflächen entstehen
 (Abb. a). Hinzu kommt, dass der Farbaufbau generell eher opak
angelegt und die Konsistenz der Farben beim Auftrag mit dem   Pinsel – mit

Abb. a: Gesicht des hl. Zenobius          
            
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