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Wir möchten darauf hinweisen, dass die Dendrochronologie nur die Zeitspanne
bestimmen kann, innerhalb der ein Baum gefällt wurde, nicht
aber wann seine Bretter verwendet wurden, weshalb man die Zeit, die
zwischen dem Fällen des Baumes und der Verwendung der aus seinem
Holz gefertigten Bretter vergeht, mitberücksichtigen muss. In dieser Zeitspanne
musste der Stamm grob zugeschnitten und aus dem Wald, in dem
der Baum gefällt wurde, zu einem Ostseehafen transportiert und dort zu
breiten, halbfertigen Holzplanken verarbeitet werden. Diese wurden dann
auf dem Seeweg nach Westeuropa exportiert, wo sie weiter verarbeitet
und zu einem Bildträger zusammengefügt wurden. Historische und archäologische
Untersuchungen legen nahe, dass man hierfür insgesamt
Abb. b. Photo der Rückseite des Bildträgers der Amazonen und Skythen. Deutlich
erkennbar die Werkzeugspuren, die beim ersten manuellen Zersägen der Bretter
entstanden. Photo: Dendrochronologisches Labor, Arbeitsaufnahme (P. Fraiture)
© KIK-IRPA, Brüssel
Splintholz Georg Prast
Splintholz ist der jüngste entstandene Holzzuwachs (mehrere Jahresringe) am
äußeren Baumstamm. Bei Eichen ist es noch sehr hell und hat im Unterschied
zum reiferen Kernholz noch keine Abwehrstoffe ausgereift, weswegen es neben
der Rinde immer die erste Angriffszone für Krankheiten und Schädlinge darstellt.
Aus diesem Grund sollte Splintholz (bei Eichen) eigentlich nicht verwendet werden.
In den meisten historischen Schreinergilden galt es als Zunftbruch, wenn
man es nicht vom gutem Holze abtrennte.