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Aus der Sicht des Restaurators Michael Odlozil
Die Bildträger der beiden Gemälde bilden aus je fünf horizontalen Teilbrettern
zusammengesetzte Eichenholztafeln von etwa 1 cm Stärke
(Abb. A, B). Die Röntgenaufnahmen zeigen, dass die Fugen zwischen
den Teilbrettern mit jeweils 4 großen Dübeln gesichert worden sind. Die
Formate scheinen an den Seiten minimal verkleinert worden zu sein. Die
Rückseiten der Tafeln sind allerdings unverändert (Abb. C, D) und zeigen
originale Bearbeitungsspuren und Markierungen eines Tafelmachers (Abb.
5, E). Tafeln dieser Größe ohne spätere Restauriermaßnahmen wie z.B. eine
Parkettierung sind selten. Der gute Erhaltungszustand und die Stabilität
der Konstruktion – nur wenige kleine Risse von den Rändern ausgehend
waren entstanden – weisen auf die hohe Qualität des Tafelmachers hin.
Eine helle, dünn aufgetragene Grundierung bildet eine glatte Fläche für
die Malerei; leichte Unebenheiten der Holzstruktur bleiben aber sichtbar.
Die nur an wenigen Stellen sichtbare Unterzeichnung mit einem feinen
Stift gibt eine klare Komposition und Planung der Figuren zu erkennen.
Es liegt nahe, dass zuvor gemachte Studien auf die Tafel übertragen wurden:
Sehr feine durchgehende Linien geben die teils komplexen Haltungen
der Figuren an (Abb. G, H). Kaum Pentimente sind festzustellen; die
malerische Ausführung folgt größtenteils der Anlage. Auf der Infrarotreflektographie
der »Perserinnen« (GG_2668) sehen wir jedoch eine Veränderung
der Blickrichtung des jungen Mädchens ganz links unten, die in
der heutigen Version den Blick aus dem Bild heraus richten darf (Abb. F).
Abb. A: GG_2667, Gesamtaufnahme vor der Restaurierung