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Teutschen Academie kein Hinweis. Bemerkenswerterweise wird dieses Gemälde aber
im Kontext eines anderen Geschenktransfers erwähnt. Sandrart berichtet nämlich,
dass Leopold Wilhelm 1646 zu ihm nach Stockau bei Ingolstadt gekommen sei und
hier »etliche viel Stunden« verbracht habe. Gemeinsam hätten sie sich hierauf nach
Neuburg an der Donau begeben, »allwo hochgedachter Erzherzog von Herrn Pfalzgrafen
Philipp Wilhelms HochFürstl. Durchl. höflichst empfangen worden […]. Man
gienge von dannen in das HochFürstliche Cabinet oder KunstKammer worinn auch
unsers Künstlers Hände-Werk unter andern hervor prangete. Von diesen beliebte
dem Erzherzogen vor allen ein künstlich-gemahlter Archimedes, der zu Syracusa, mit
dem Zirkel in der Hand die ausstudirte Linien tiefsinnig suchte; als welches Er überaus
warhaft natürlich und dem Leben ähnlich fande und ließe Er darüber sich dieser
Worte vernehmen: Es ist ie nichts sinnreichers künstlichers und wahrers als dieser
Archimedes, weil es auser den Farben ganz natürlich kräftig und fleißig gemahlet ist.
Dieses Bild das an ihm selbst todt ist gibet einem Todten das Leben; das leer und bloß
ist erfüllet und zieret; das stumm und sprachlos redet; und das ohne Vernunft ist lässet
großen Verstand blicken. Als der Pfalzgraf den Erzherzog in diß Gemälde also
verliebt spürte praesentirte Er Ihm solches und bate zugleich daß die Armee, zu Verschonung
seines Landes aus seinem Gebiete abgeführet werden möchte: welches Er
auch erbetten. Dieses Stuck wurde nachmals dem Römischen Kayser Ferdinando III
verehret und zu Prag in die KunstKammer samt noch einem fürtrefflichen Sandrartischen
Stuck von Maria, Jesu, Catharina, Leopoldo und Wilhelmo, in einer Landschaft
beysammen an dem fürnehmsten Ort
aufgestellet.«28
Die hier geschilderten Begebenheiten – der Atelierbesuch bei Sandrart und
die Geschenkübergabe an Leopold Wilhelm in Neuburg – sind aus mehreren
Gründen zu hinterfragen. Zu bedenken sind zunächst die offensichtlichen Tendenzen
zur (Selbst-)Stilisierung Sandrarts in dieser Textpassage, so finden wir
hier gleich mehrere bekannte Topoi der Künstlerbiographik
kombiniert.29
Der
(mutmaßliche) Besuch des Erzherzogs bei Sandrart rekurriert etwa auf schon aus
Die Teutsche Academie
Mit der Teutschen Academie erschien 1675 erstmals eine ausführliche
Darstellung der Kunstgeschichte in deutscher Sprache. Joachim von Sandrart
konzipierte seine Publikation jedoch nicht nur als Geschichtswerk für
Kunstliebhaber, sondern zugleich als Lehrbuch für Künstler. Als enzyklopädisch
angelegtes Werk umfasst die Teutsche Academie Lebensbeschreibungen
berühmter Künstler wie auch zahlreiche Kupferstiche und stellt – mit
praktischen Ratschlägen angereichert – eine theoretische Wissensgrundlage
für Malerei, Architektur und Bildhauerei dar. Eine kommentierte online-Version
der Teutschen Academie findet sich unter: http://ta.sandrart.net/de.