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Ansichtssache #4
Sabine
Pénot
Zum Ankauf und Schicksal des »Großen
Gartenpalastes« in der Wiener Gemäldegalerie
Über den Auftraggeber des
Großen Gartenpalastes (Abb. 1)
kann nur spekuliert
werden; vermutlich handelt es sich um reiche niederländische Patrizier.
Das malerisch besonders fein ausgearbeitete Paar, das im Bildvordergrund links
mit auffälligem Blickkontakt zum Betrachter posiert, zeigt wahrscheinlich deren
Portrait. Im 18. Jahrhundert war das Architekturgemälde Teil der Prager Sammlung
des jüngeren Bruders des Grafen Franz Anton Nostitz, Friedrich Moritz Nostitz
(1728–1796). Während nicht bekannt ist, wie die großformatige Leinwand
nach Prag
gelangte,1
ist der persönliche Ankauf der Sammlung Nostitz durch
Joseph II. hingegen durch ein Handbillet des Kaisers an den Oberstkämmerer
Grafen Rosenberg vom 3. Oktober 1786 genau
dokumentiert.2
Unter der Nr. 26
der beigefügten Gemäldeübersicht ist der
Große Gartenpalast
angeführt: »Eine
grosse prachtige architektur mit Vielen schönen Figuren – Direk v. Delen«. 1796
erwähnt Rosa erstmals das Gemälde als Bestandteil der Wiener Galerie und bezeichnet
es als »sehr
schön«3.
Somit ist belegt, dass der
Große Gartenpalast
spätestens
zehn Jahre nach seinem Ankauf durch Joseph II. im Belvedere ausgestellt
war: Damals hing das Architekturstück prominent im
Grünen Kabinett.
Auch
nach der Neupräsentation durch Peter Krafft 1833 und bis zum Auszug in die