Full text : Band 12 (= 104)

167

[I6v]
Monnat  Martius
Den  ersten  dis,  zu  Prag  dem  Hanns  Olivier,  palmaister,  weil  im
verganngne  jar  zu  etlich  malen  die  palln  unnd  müeh  nit  zalt  worden,
auf  sein  hochzeit  per  6  fl.
Den  5.  dis,  zu  irer  fr.  dr.  hemet  erkhaufft  leinwat  zum  cragen  ain
elln,  per  1  fl.  34  kr.
Zu  einem  hemet  5  elln
Zändl  zun  cragn  15  elln,  per  3  fl.  53  kr.
Zu  den  däzln  6  elln,  per  4  fl.  4  kr.
Den  6.  tag  dito,  auf  des  herr  von  Khollobrodt  ringlrennen  irer  fr.  dr.
geben  50  [sc.  Taler],  58  fl.  20  kr.
Macherlahn  von  obbemelten  hemetter  und  cragen,  1  fl.  45  kr.
Den  7.,  den  flaischhagkhern,  so  für  irer  fr.  dr.  fennster  geschupfft
haben,  10  fl.
Den  9.,  herr  Johan  Tezinimskhy  auf  sein  raiß  geben  100  taller,
116  fl.  40  kr.
Den  11.,  wie  ir  fr.  dr.  die  50  ducaten,  so  ich  den  12.  February  zu
Wien  in  derselben  beütl  gelegt,  verspilt  haben,  zalt  ich  noch  darüber
dem  herr  graffen  von  Tribulz  8  ducatn,  pringt  14  fl.  56  kr.
Den  12.  irer  fr.  dr.  widerumb  in  beutl  geben  50  ducatn,  pringt  93  fl.
20  kr.
Den  14.,  im  jubileo  von  wegen  irer  fr.  3  tag  almosen  auszutheillen,
6  fl.
Den  15.,  per  ain  scatl  bergamota*  piern  geen  Wien  zu  schickhen,
6  kr.
Per  zway  trühel,  etliche  Sachen,  so  in  Hispanien  geschickht  seint
worden,  einzumachen,  per  35  kr.
Per  ain  plechenne  püxen  zu  zway  irer  fr.  dr.  conterfect,  30  kr.
[l/'r]
Pet  schnür,  baumwol,  gewixte  leinwath,  negl,  1  fl.  54  kr.
Dem  tischlergeselln,  trinckhgeldt  10  kr.
Den  16.,  irer  may.  liechtcamerer  zuhanden  Paul  Zehetner  zalt  12  elln
weiß  und  gelb  gewixte  leinwat,  5  fl.  25  kr.
Dem  19.,  dem  Fränzl  elemosina  in  die  spitaller  auszuthaillen,  23  fl.
30  kr.
Der  Susanna  Salaffin  per  ain  uhr  mit  einem  glas,  zaigt  die  viertl,
gannz  unnd  halb  uhr  und  schiegt  die  stunden,  58  fl.  20  kr.;  ir  fr.  dr.
habens  hernach  der  khinigin  Margaretha 46  in  Spänia  geschickht.

ERZHERZOG  ERNST.  DAS  KASSABUCH  DER  JAHRE  1589  BIS  1)95
Den  20.,  dem  Mathes  Castor,  derer  von  Leitmeriz  dienner,  so  ein  lax
gebracht,  1  fl.  52  kr.
Ringlrennen  auf  herr  von  Khollobradts  hochzeit 47 ,
darauf  ir  dr.  mit  21  personen  aufgezogen:
Den  21.  dis,  dem  Franzißco  Muscon  für  die  wahren,  so  er  hatt
darzue  hergeben,  zalt  800  fl.
Dem  Ferdinandt  Castel 48 ,  federschmuckher,  128  fl.  20  kr.
Dem  Anthoni  Khupfer 49 ,  leibschneider,  116  fl.  40  kr.
Dem  leibschneider
Dem  sporer,  31  fl.  30  kr.
Dem  satler,  9  fl.  30  kr.
Dem  maller,  44  fl.  20  kr.
Dem  Lorennz  Neron 5 °,  vergulder,  54  fl.
Item  11  paar  sporn  zu  versilbern,  5  fl.  18  kr.
Dem  tischler,  10  fl.
Den  hoffuriern*,  verehrt  11  fl.  40  kr.
Den  ernholden,  so  die  danckh  austhaillt  haben,  11  fl.  40  kr.
[17v]
Den  22.  tag  Marty,  per  ain  truhel  einen  lax  geen  Wien  zeschickhen,
15  kr.
Da  ir  fr.  dr.  die  50  ducatn  mit  herr  graffen  von  Tribulz  unnd  Khurzn
verspilt  haben,  zalle  ich  herr  graffen  noch  darüber  88  ducatn,  164  fl.
16  kr.
Den  24.  dis,  gib  ich  ir  fr.  dr.  widerumb  in  beutl  50  ducatn,  93  fl.
20  kr.

46  Erzherzogin  Margaretha  (1567—1633),  Tochter  von  Kaiser  Maximilian  II.  und
jüngere  Schwester  von  Erzherzog  Ernst.  Margaretha  sollte  die  fünfte  Gemahlin
von  König  Philipp  II.  von  Spanien  werden,  wählte  aber  den  geistlichen  Stand  und
starb  als  Nonne  im  Kloster  Santa  Clara  de  las  Descalzas  Reales  in  Madrid.
47  Vermutlich  die  Vermählung  des  kaiserlichen  Truchsess  Benedikt  (Benes)  Freiherr
von  Kolowrat-Liebsteinsky  (gest.  1617)  mit  Elisabeth  Gräfin  Schlick-Schlackenwerth. ­

48  Von  1581  bis  1612  als  kaiserlicher  Barettmacher  und  Federschmucker  am  Hof
Kaiser  Rudolfs  II.  in  Prag  tätig;  vgl.  Herbert  Haupt,  Neue  Ergebnisse  archivalischer
  Forschung  zu  Kunst  und  Handwerk  am  Hofe  Kaiser  Rudolf  II,  in:  Umeni
XXXVIII,  H.  1,  1990,  27-38,  hier:  32.
49  Ab  1586  Leibschneider  Kaiser  Rudolfs  II.  in  Prag  mit  zehn  Gulden  rheinisch
Monatsbesoldung.  Khupfer  starb  vor  dem  31.  März  1610;  vgl.  Haupt  1990  (zit.
Anm.48),  33.
50  Der  als  Vergolder,  Schwertfeger  und  Rapiermacher  bezeichnete  Lorenzo  Negron
wurde  von  Kaiser  Rudolf  II.  aus  dem  Hofstaat  seines  Vaters  mit  10  rheinischen
Gulden  Monatsbesoldung  übernommen.  Negron  starb  im  April  1599  in  Prag;
vgl.  Haupt  1990  (zit.  Anm.48),  34.
            
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