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M. Strolz
4. RESTAURATORISCHE MASSNAHMEN
Die Firnisreduzierung bzw. Entfernung von Überma-
lungen und Retuschen erfolgte mit
Lösungsmitteln54.
Die Firnisschichten wurden insgesamt gedünnt, wobei
angestrebt wurde, die in den verschiedenen Bildberei-
chen unterschiedlich dicken Schichten möglichst aus-
zugleichen. So wurde beispielsweise im Gesicht sehr
zurückhaltend gereinigt, während Partien mit stärker
gegilbtem, fleckigem Firnis, wie der Silberbrokat des
Ärmels, weiter gereinigt wurden. Erfreulicherweise waren
die Übermalungen im Hintergrund ebenso wie der
überwiegende Teil der kleineren Retuschen leicht lös-
lich. Ausnahmen bildeten einige sehr alte Retuschen im
Gewand, die belassen wurden. Wie sich während der
Firnisabnahme zeigte, war auch der rote Samt des Klei-
des im unteren Bereich stark retuschiert worden, um
bestehende Schäden zu kaschieren.
Im freigelegten Zustand ließ sich der Erhaltungszu-
stand der Malschichten noch klarer beurteilen (Abb. 23
und 24).
54Verwendung fanden Ethanol und Isooctan in unterschiedlichenMischungsverhältnissen.
Abb. 24: Detail, Hintergrund nach der Freilegung: Im Bereich des
Schlagschattens sind die Malschichten durch zum Teil tiefe Berei-
bungen beschädigt. An hell erscheinenden Stellen sind die hell-
grauen Untermalungen exponiert.