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Band 6/7 (=98/99)

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CC BY-SA: Attribution-ShareAlike 4.0 International. You can find more information here.

Bibliographic data

fullscreen: Band 6/7 (=98/99)

Series

Persistent identifier:
990025659750203331
ZDB-ID:
1479978-9
Title:
Jahrbuch des Kunsthistorischen Museums Wien
Place Of Publication:
Wien
Kunsthistorisches Museum Wien
Publisher:
Kunsthistorisches Museum Wien
Document type:
Series
Collection:
House Publications
KHM-Yearbook
Copyright:
Attribution-ShareAlike 4.0 International (CC BY-SA 4.0)
KHM-Museumsverband
Language:
German
ISSN:
1605-2773

Periodical volume

Persistent identifier:
0061520
Title:
Band 6/7
Shelfmark:
10.230
Editor:
Seipel, Wilfried
Volume count:
=98/99
Publisher:
Philipp von Zabern
Document type:
Periodical volume
Collection:
House Publications
KHM-Yearbook
Publication year:
2004/2005
Copyright:
Attribution-ShareAlike 4.0 International (CC BY-SA 4.0)
KHM-Museumsverband
Language:
Deutsch

Chapter

Title:
Giorgiones Judith oder: Warum lächelt Holofernes?
Author:
Helke, Gabriele

Contents

Table of contents

  • Jahrbuch des Kunsthistorischen Museums Wien
  • Band 6/7 (=98/99)
  • Cover
  • Umschlag - Klappentext
  • Endsheet
  • Prepage
  • Title page
  • Imprint
  • Inhalt
  • Vorwort
  • Abb. 1
  • Quellen des 16. bis frühen 18. Jahrhunderts zum Wiener Amazonensarkophag
  • Abb. 1
  • Giorgiones Judith oder: Warum lächelt Holofernes?
  • Abb. 1
  • Der Hochzeitskodex Erzherzog Ferdinands II.
  • Abb. 1
  • Nachträge zu Lucas und Marten van Valckenborch
  • Abb. 1
  • Zu den frühen Blockflöten der Sammlung alter Musikinstrumente des Kunsthistorischen Museums in Wien
  • Fig. 1
  • Poussin's two versions of The Destruction of the Temple of Jerusalem and other early paintings
  • Abb. 1
  • Die große Gedenkmedaille der Bergstadt Přibram für Kaiser Karl VI. von 1728
  • MISZELLEN
  • ARCHIVALIEN
  • Register
  • Abbildungsnachweis
  • Postscript
  • Umschlag - Klappentext
  • Cover

Full text

Gabriele Helke 
Giorgiones Judith 
oder: Warum lächelt Holofernes?* 
Der vorliegende Aufsatz stellt eine erweiterte Fassung 
des auf der Jahrestagung der Renaissance Society of 
America in Cambridge April 2005 gehaltenen Vor 
trags Giorgiones Judith, A Tragic Heroine? dar. Mein 
Dank geht an Leatrice Mendelsohn für die Einla 
dung und an Elena Ciletti als Session-Leiterin, die 
beide wertvolle Hinweise gaben. Ich danke Wolfgang 
Prohaska für das aufmerksame Lesen des Manus 
kripts und das anregende Gespräch; für letzteres 
danke ich auch Claudia Kryza-Gersch, Manfred Lei 
the-Jasper, Konrad Schlegel und Karin Zeleny. 
1 Giorgiones Bild (Eremitage, Inv.-Nr. T3 95; Tamara 
D. Fomichova, The Hermitage. Catalogue of Western 
European Painting. Venetian Painting. Fourteenth to 
Eighteenth Centuries, Moskau 1992, 17-19) dürfte 
durch den um 1670 aus Italien zurückgekehrten 
Maler und Händler Jean-Baptiste Forest nach Frank 
reich gelangt sein; siehe Irina Artemieva, Vicende 
della pittura veneta rinascimentale allEremitage, in: 
Ausstellungskatalog Irina Artemieva (Hg.), Cinque 
cento Veneto. Dipinti dalTEremitage, Bassano di Grap 
pa (Museo Civico) 2001, erschienen Mailand 2001. 
Es befand sich in der Sammlung Crozat, danach in 
der seines Erben du Chatel und schließlich in jener 
des Baron du Thiers, von dem es Katharina erwarb; 
siehe auch Tamara D. Fomichova, The History of 
Giorgiones Judith and its Restoration, in: The Burling 
ton Magazine CXV, 1973, 417-420. 
Gedankt sei Irina Artemieva, Kuratorin der Eremita 
ge, für den gewährten Einblick in die Giorgione 
betreffende Dokumentation; leider konnte das Bild 
nur unter Verglasung gesehen werden, auch bot sich 
bedauerlicherweise keine Möglichkeit zu einem 
Gespräch mit dem zuständigen Restaurator. 
2 Terisio Pignatti, La “Giuditta” diversa di Giorgione, 
in: Giorgione. Convegno Internazionale di Studi 
(Castelfranco 1978), Castelfranco 1979, 269-271; Jan 
Bialostocki, La gamba sinistra della Giuditta: il 
quadro di Giorgione nella storia del tema, in: Rodolfo 
Pallucchini (Hg.), Giorgione e l'Umanesimo 
Veneziano, Rom 1981, 193-226; Christian Hornig, 
Giorgiones Spätwerk, München 1987, 177-179; 
Jaynie Anderson, Giorgione. The Painter of “Poetic 
Brevity”, Paris - New York 1997, 195-202; Dies., 
Judith, Paris 1997, 34—35. 
3 Guarientos Fresko (um 1350, Padua, Accademia; 
Luisa Tognoli Bardin, La Giuditta biblica nelle arti 
figurative: una ricerca, in: Arte Christiana LXXXIII, 
1995, 222, Abb. 5) zeigt Judith am Höhepunkt des 
Tatvollzugs und steht damit in einer von der Buch 
malerei seit dem 11. Jahrhundert überlieferten Tradi 
tion. Zu dieser siehe Bettina Uppenkamp, Judith und 
Holofernes in der italienischen Malerei des Barock, Ber 
lin 2004, 27-41 (mit Abbildungsbeispielen). 
4 Robert Marvin Knotts, Judith in Florentine Renais 
sance Art, 1429—1712, phil. Diss. The Ohio State Uni- 
Abb. 1: Giorgione, Judith. St. Petersburg, 
Staatliches Museum Eremitage. 
Giorgiones ungewöhnlich schmales, hochformatiges Bild Judith mit dem 
Haupt des Holofernes (144 x 68 cm; Abb. i), seit seiner Erwerbung durch 
Katharina die Große 1772 in der Eremitage in St. Petersburg 1 , hat die 
Forschung in weitaus geringerem Maß beschäftigt als andere Werke des 
Malers 2 . Ein Grund dafür mag in der Tatsache liegen, daß in diesem Fall 
das Sujet des Bildes - zumindest auf den ersten Blick - keinerlei Rätsel 
aufgibt, sondern sich unschwer zu erkennen gibt: Die schöne Frau mit 
dem Schwert in der Hand, die einen Fuß auf das abgeschlagene Haupt 
eines Mannes gesetzt hat, läßt sich zweifelsfrei als Judith identifizieren, die 
berühmte Heldin des Alten Testaments. 
Jedoch scheint Vorsicht geboten. Eingedenk der zentralen Rolle, welche 
die Täuschung, inganno, im biblischen Bericht von der Heroine spielt, 
wird man sich vor der Verführung hüten müssen, leichtgläubig zu sein 
und der vordergründig so unproblematisch scheinenden Lesbarkeit des 
Werks voll zu vertrauen. 
Bekanntlich ist die im Buch Judith erzählte Geschichte der schönen, keu 
schen und mutigen Witwe breit angelegt, detailreich und höchst drama 
tisch: Verführerisch geschmückt sei die Frau aus der belagerten Bergstadt 
Betulia, begleitet von ihrer Dienerin, ins Lager des Feindes, des assyri 
schen Feldherrn Holofernes, gekommen. Listig hätte sie diesen getäuscht, 
um dann dem in Liebe zu ihr entbrannten Mann nach einem Mahl in sei 
nem Zelt - Holofernes war vor der Zeit trunken auf seine Bettstatt gesun 
ken und eingeschlafen — das Haupt abzuschlagen. Die Trophäe hätte die 
Furchtlose dann mit sich zurück nach Betulia genommen, wo sie als Ret 
terin ihrer Heimatstadt gefeiert und das Feldherrnhaupt auf den Zinnen 
der Befestigungsmauer aufgehängt wurde. Nach erfüllter Mission zog die 
Witwe sich wieder zurück und widmete sich einem gottgefälligen, zöliba- 
tären Leben in Abgeschiedenheit. 
Von alldem zeigt Giorgione nichts. Keine beherzte Tat (diese, im Mittel- 
alter häufig dargestellt 3 , sollte sich erst wieder in der Seicento-Malerei 
großer Popularität erfreuen), kein Verstauen des Kopfes im Sack (Man- 
tegna), auch nicht die eilige Flucht aus dem Feindeslager bzw. die Heim 
kehr der Heldin nach Betulia (Botticelli) 4 . 
Giorgione erfindet seine eigene Geschichte, eine poesia sui generis: Er iso 
liert Judith aus jeglichem narrativen Kontext, bringt den stringenten 
Handlungsverlauf zum Stillstand und interpoliert in den Strang des 
Geschehens eine stimmungsvoll verträumte Szene, zu der im Melodram 
der Textvorlage jedweder Anhaltspunkt fehlt. Bei Giorgiones Judith han 
delt es sich um eine einsame Figur in einem arkadischen Niemandsland, 
gedankenversunken und elegisch, allein mit dem Kopf, den der Maler, 
wohl in Anlehnung an plastische Wiedergaben ihres männlichen „Gegen 
spielers“ David (Abb. 2), ungewöhnlicherweise hier der biblischen Heldin 
zu Füßen legt 5 .
	        

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