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Jahrbuch der Kunsthistorischen Sammlungen in Wien, Band 40 (N.F.) (XL=76)

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Bibliographic data

fullscreen: Jahrbuch der Kunsthistorischen Sammlungen in Wien, Band 40 (N.F.) (XL=76)

Series

Persistent identifier:
990001151390203331
Title:
Jahrbuch der Kunsthistorischen Sammlungen in Wien
Place Of Publication:
Wien
Kunsthistorisches Museum Wien
Publisher:
Kunsthistorisches Museum Wien
Document type:
Series
Collection:
House Publications
KHM-Yearbook
Copyright:
Attribution-ShareAlike 4.0 International (CC BY-SA 4.0)
KHM-Museumsverband
Language:
German
ISSN:
0075-2312
0258-5596

Periodical volume

Persistent identifier:
0061501
Title:
Jahrbuch der Kunsthistorischen Sammlungen in Wien, Band 40 (N.F.)
Shelfmark:
10.230
Volume count:
XL=76
Publisher:
Schroll & Co
Document type:
Periodical volume
Collection:
House Publications
KHM-Yearbook
Publication year:
1980
Copyright:
Attribution-ShareAlike 4.0 International (CC BY-SA 4.0)
KHM-Museumsverband
DOI:
10.60477/khm1-0061501
Language:
Deutsch

Chapter

Title:
BERNHARD STRIGELS DIPTYCHON FÜR CUSPINIAN
Author:
Thümmel, Hans Georg

Contents

Table of contents

  • Jahrbuch der Kunsthistorischen Sammlungen in Wien
  • Jahrbuch der Kunsthistorischen Sammlungen in Wien, Band 40 (N.F.) (XL=76)
  • Cover
  • Endsheet
  • Title page
  • Imprint
  • INHALT
  • DAS STUTTGARTER HARNISCH-MUSTERBUCH 1548-1563
  • BERNHARD STRIGELS DIPTYCHON FÜR CUSPINIAN
  • UNTERSUCHUNG ZUR "ROSENKRANZMADONNA" CARAVAGGIOS
  • VERÄNDERUNGEN IM INVENTARBESTAND DER TAPISSERIENSAMMLUNG DES KUNSTHISTORISCHEN MUSEUMS IN WIEN
  • REGISTER
  • BERICHTIGUNG - ABBILDUNGSNACHWEIS
  • ARCHIVALIEN ZUR KULTURGESCHICHTE DES WIENER HOFES : II. TEIL: KAISER LEOPOLD I. : DIE JAHRE 1657-1660
  • Postscript
  • Cover

Full text

BERNHARD STRIGELS DIPTYCHON FÜR CUSPINIAN* 
Von Hans Georg Thümmel 
Bernhard Strigel hat ein Diptychon gemalt, dessen Teile sich heute im Kunsthistorischen Museum in Wien und 
in Privatbesitz befinden 1 . Einst schmückte das Diptychon die Hauskapelle des Wiener Humanisten Johannes 
Cuspinian (Spiesheimer) 2 . Dargestellt sind darauf erstens (Abb. 103a) die Heilige Sippe im engeren Sinne 
(Anna selbdritt mit Joachim und Joseph), verbunden mit der Familie von Annas Schwester Esmeria (diese, 
Ephraim 3 , Elisabeth, Zacharias, Johannes der Täufer), zweitens (Abb. 103 b) die Familie von Maria Cleophae, 
deren Personen Züge der Familie Kaiser Maximilians tragen, und drittens (Abb. 104a) die Familie der Maria 
Salome mit den Porträts der Familie Cuspinians. Dazu gesellt sich viertens (Abb. 104b) eine Inschrift auf der 
Rückseite der Cuspinian-Tafel. Die erstgenannte Sippendarstellung befand sich ursprünglich auf der Rückseite 
der Maximilian-Tafel. Die Tafel ist erst 1919 auseinandergesägt worden 4 . 
Cuspinian hat entscheidenden Anteil an der Entstehung der Tafeln gehabt. Die Beantwortung der Frage, wie 
groß dieser Anteil war, hängt auch von der Deutung der Darstellung ab. 
Der Personenbestand der Maximilian-Tafel (Abb. 103) nimmt auf die Wiener Verhandlungen von 1515 Bezug, an 
denen Cuspinian maßgeblich beteiligt war 5 . Dargestellt sind Kaiser Maximilian I., seine erste Gemahlin Maria 
von Burgund (J1482) 6 , sein Sohn Philipp (f 1506), dessen Söhne Karl (1519 zum Kaiser gewählt) und Ferdinand, 
und schließlich der von seinem Vater Wladislaw II. (f 1516) zum Mitkönig von Ungarn und Böhmen gekrönte 
minderjährige Ludwig II. Letzterer war 1515 vom Kaiser als Adoptivsohn angenommen und zum 
Generalreichsvikar ernannt worden. Gleichzeitig hatte die Verbindung des ungarisch-jagellonischen Hauses mit 
den Habsburgern durch eine Doppelhochzeit ihr Siegel empfangen. Ludwig war mit der Erzherzogin Maria, 
Maximilian stellvertretend für einen seiner Enkel mit Ludwigs Schwester Anna vermählt worden, wobei in jedem 
Falle der Ehevollzug aufgeschoben wurde, bis die Betreffenden das entsprechende Alter erreicht hatten. Die 
eigentlichen Hochzeiten fanden 1521 statt. Ludwig und Ferdinand tragen auf dem Bild Bräutigamskränzlein. Da 
* Es wird darauf hingewiesen, daß die Cuspinian-Tafel seit vielen Jahren nicht im Original studiert werden konnte und daher wesentliche 
Fragen offen bleiben müssen. Dennoch scheint es der Redaktion des Jahrbuches wichtig, den Fragenkomplex zur Diskussion zu stellen. 
*) Dieser Aufsatz gehört zu einigen Studien zum Gruppenbild. Andere Teile sind „Die Greifswalder Rubenow-Tafel und die Anfänge des 
Gruppenbildes im 15. und 16. Jh.“, in: Greifswald-Stralsunder Jahrbuch 12 (1979), S. 122-160, und „Der Greifswalder Croy-Teppich und 
das Bekenntnisbild des 16. Jh.“, in: Theologische Versuche 11 (1980), S. 187—215. 
Wilhelm Bode, Bernhard Strigel, in: Jb. der Kgl. Preuß. Kunstsammlungen 2 (1881), S. 54-61; GUSTAV Glück, Die Galerien Europas 6 
(1911), H. 10, Nr. 470; Ludwig von Baldass, Die Bildnisse Kaiser Maximilians I., in: Jb. derKunsthist. Samml. des AH Kaiserh. 31 (1913), 
S. 247-334, hier: S. 273 -276; F. X. WEIZINGER, Die Malerfamilie der „Strigel“ in der ehemals freien Reichsstadt Memmingen, in: FS des 
Münchner Altertumsvereins, München 1914, S. 99-146, hier: S. 123 (Abb. 20, S. 122); Hans Ankwicz von Kleehoven, Bernhard Strigel in 
Wien, in: Kunst und Kunsthandwerk 19(1916), S. 281-321; Ders., Der Wiener Humanist Johannes Cuspinian, Graz-Köln 1959, S. 84-86, 
190-196; Gertrud Otto, Bernhard Strigel, München - Berlin 1964 (Kunstwiss. Studien 33), S. 46, 48, 67 f.; E. Rettich, Bernhard Strigel- 
Herkunft und Entfaltung seines Stils, Phil. Diss., Freiburg 1965, S. 10 ff.; Katalog der Ausstellung „Maximilian I.“, Innsbruck 1969, Nr. 
363; AlfredStange, Deutsche Malerei der Gotik VIII, Liechtenstein 1969 (2. Ed.), S. 148 f.; Ders., Kritisches Verzeichnis der deutschen 
Tafelbilder vor Dürer II, München 1970, S. 216; Katalog der Gemäldegalerie in Wien, Wien 1973, S. 169 f„ Inv.-Nr. 832 und 6411. 
Zur Maximilian-Tafel existieren eine Replik in Brüssel, Privatbesitz Jean Asselberghs, s. dazu: Kat. Innsbruck 1969, Nr. 553, und eine Kopie 
in Madrid, Real Academia de Bellas Artes de San Fernando, s. dazu: Catalogo de las Pinturas, Real Acad., Madrid 1965, Nr. 856. 
2 ) Ankwicz, Strigel, a. a. O., S. 316 f. 
3 ) Dargestellt sind zwei Männer. Der obere, neben Esmeria, müßte deren Mann Ephraim, der untere, neben Elisabeth, Zacharias sein. Doch 
steht über dem oberen der Name Zacharias, eine weitere Bezeichnung kommt nicht vor. Offenbar handelt es sich um eine Ungenauigkeit in der 
Ausführung. 
4 ) S. Kat. Wien 1973, S. 169 f. 
5 ) Zu den Wiener Verhandlungen s. HEINRICH ULMANN, Kaiser Maximilian I„ Bd. II, Stuttgart 1891, S. 549—554, und ANKWICZ, a. a. O. 
6 ) Heinz von Mackowitz (Der Maler Hans von Schwaz, Schlernschriften 193, Innsbruck 1960, S. 31 ff.) hält die Dargestellte für 
Maximilians zweite Gemahlin, Maria Bianca Sforza.
	        

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