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Jahrbuch der Kunsthistorischen Sammlungen in Wien, Band 27 (N.F.) (XXVII=63)

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Bibliographic data

fullscreen: Jahrbuch der Kunsthistorischen Sammlungen in Wien, Band 27 (N.F.) (XXVII=63)

Series

Persistent identifier:
990001151390203331
Title:
Jahrbuch der Kunsthistorischen Sammlungen in Wien
Place Of Publication:
Wien
Kunsthistorisches Museum Wien
Publisher:
Kunsthistorisches Museum Wien
Document type:
Series
Collection:
House Publications
KHM-Yearbook
Copyright:
Attribution-ShareAlike 4.0 International (CC BY-SA 4.0)
KHM-Museumsverband
Language:
German
ISSN:
0075-2312
0258-5596

Periodical volume

Persistent identifier:
0061491
Title:
Jahrbuch der Kunsthistorischen Sammlungen in Wien, Band 27 (N.F.)
Shelfmark:
10.230
Volume count:
XXVII=63
Publisher:
Schroll & Co.
Document type:
Periodical volume
Collection:
House Publications
KHM-Yearbook
Publication year:
1967
Copyright:
Attribution-ShareAlike 4.0 International (CC BY-SA 4.0)
KHM-Museumsverband
DOI:
10.60477/khm1-0061491
Language:
Deutsch

Chapter

Title:
DIE „MOSESFOLGE“ DER TAPISSERIENSAMMLUNG DES KUNSTHISTORISCHEN MUSEUMS IN WIEN
Author:
Mahl, Elisabeth

Contents

Table of contents

  • Jahrbuch der Kunsthistorischen Sammlungen in Wien
  • Jahrbuch der Kunsthistorischen Sammlungen in Wien, Band 27 (N.F.) (XXVII=63)
  • Cover
  • Endsheet
  • Title page
  • Imprint
  • Contents
  • DIE „MOSESFOLGE“ DER TAPISSERIENSAMMLUNG DES KUNSTHISTORISCHEN MUSEUMS IN WIEN
  • DIE ENTSTEHUNG DER GALERIE DES ERZHERZOGS LEOPOLD WILHELM
  • CASPAR DE CRAYER ALS BILDNISMALER. Seine Entwicklung bis etwa 1630
  • STUDIEN ÜBER JAN VAN DEN HOECKE UN DIE MALEREI DER NIEDERLÄNDER IN WIEN
  • Register
  • Abbildungsnachweis
  • Cover

Full text

DIE „MOSESFOLGE“ DER TAPISSERIENSAMMLUNG 
DES KUNSTHISTORISCHEN MUSEUMS IN WIEN 
Von Elisabeth Mahl 
Tn seinem 1928 erschienenen grundlegenden Werk über die Geschichte der Wandteppiche widmete 
Heinrich Göbel im 2. Teil, „Die Romanischen Länder“, auch der Teppichwirkerei des Herzogtums 
Lothringen ein umfassendes Kapitel 1 . An den Anfang seiner chronologisch aufgebauten Besprechung 
der lothringischen Manufakturen stellte Göbel „Die Geschichte des Moses“ des Kunsthistorischen 
Museums in Wien. Die Berechtigung, die Entstehung dieser Folge nach Nancy zu lokalisieren, entnahm 
er, wie schon vor ihm Ludwig Baldass 2 und Ernst Ritter v. Birk 3 , einem am unteren Bordürenrand von 
sieben Teppichen wiederkehrenden Zeichen 
T 
dem Lothringischen Doppelkreuz, das Göbel wie schon seine Vorgänger als Herkunftsvermerk im Sinne 
der Stadtmarken auffaßten. Die Wiener „Geschichte des Moses“ ist die einzige Teppichfolge des 16. Jahr 
hunderts, die dieses Zeichen trägt. Alle die Geschichte der lothringischen Teppichwirkerei betreffenden 
Überlegungen gingen deshalb von dieser Serie aus, sie diente als Beweis für die hohe bis in die Renaissance 
zurückgehende Tradition textiler Verfertigungen im östlichsten Herzogtum des heutigen Frankreich. 
Aus diesem Grunde hat sich eine kritische Bearbeitung der „Mosesserie“ vor allem mit dem Problem 
ihrer lokalen Sonderstellung auseinanderzusetzen. Diesem Kapitel voranzustellen ist die Angabe der 
Provenienz, eine katalogmäßige Behandlung der einzelnen Teppiche, die Untersuchung des Erhaltungs 
zustandes und Klärung der den Inhalt der Darstellungen von Bildfeld und Bordüre betreffenden Fragen. 
Die beiden wichtigsten Voraussetzungen zur Bestimmung des historischen Ortes einer Tapisserie stellen 
die Kenntnis des entwerfenden Künstlers und des ausführenden Ateliers dar. Die Zuschreibung der 
Entwürfe an einen bekannten Meister läßt sich im Fall der „Mosesserie“ nur schwer durchführen. 
Auf Grund der engen Verwandtschaft mit zeitlich und lokal fixierten Teppichzyklen gelingt es aber, 
die Entstehung unserer Folge auf wenige Jahre einzuengen und ihren Standort in der Entwicklung 
der Brüsseler Bildteppichwirkerei aufzuzeigen. In Verbindung mit der den Entwurf ausführenden 
Manufaktur erhebt sich die Frage, ob es sich bei der Wiener „Mosesfolge“ um ein Unikat oder womöglich 
um eine der in mehreren Exemplaren ausgeführten Wiederholungen handelt. Bei ihrer Beantwortung 
wird auf die Chronologie der Entstehung der erhaltenen „Mosesfolgen“ einzugehen sein. 
I hrer Provenienz nach gehört „ Die Geschichte des Moses“ zu jenem großen Bestand an Tapisserien, 
der durch Kaiser Franz I. Stephan den kaiserlichen Sammlungen einverleibt wurde. Dieser ehemals loth 
ringische Besitz - es handelt sich dabei durchwegs um Tapisserien von hervorragender Qualität - weist 
in den meisten Fällen seine Herkunft durch inventarische Erwähnungen oder heraldische Markierungen 
aus. Die Provenienz der Mosesfolge läßt sich sowohl auf Grund quellenmäßiger Belege als auch mit 
Hilfe der in die Bordüre eingewirkten Wappen der Auftraggeber beweisen. Als sichtbares Zeichen ihrer 
ersten Besitzer tragen alle Tapisserien in den oberen Ecken der Bordüre die Wappen lothringischer 
Herzoge, nämlich des Herzogs Franz von Lothringen (1517-1545) und seiner Gemahlin Christine von 
Dänemark (1521-1590) sowie von deren Sohn, Herzog Karl II. (1543-1608) und dessen Gattin, Herzogin 
Claude von Frankreich (1547-1575). Sicher ist deshalb die Notiz im Inventar, vom 17. Mai 1575 und 
1 ) H. Göbel, Wandteppiche, 2. Teil, Die Romanischen Länder, Bd. 1, Leipzig 1928, S. 358ff. 
2 ) L. Bald ASS, Die Wiener Gobelinsammlung, Wien 1920, Nr. 52-61. 
3 ) E. Ritter v. Bikk, Inventar der im Besitz des Allerhöchsten Kaiserhauses befindlichen Niederländer Tapeten und Gobelins, 
in: Jahrbuch der Kunsthistorischen Sammlungen des Allerhöchsten Kaiserhauses, Bd. 1, 1883, S. 215.
	        

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