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Jahrbuch der Kunsthistorischen Sammlungen in Wien, Band 20 (N.F.) (XX=56)

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Bibliographic data

fullscreen: Jahrbuch der Kunsthistorischen Sammlungen in Wien, Band 20 (N.F.) (XX=56)

Series

Persistent identifier:
990001151390203331
Title:
Jahrbuch der Kunsthistorischen Sammlungen in Wien
Place Of Publication:
Wien
Kunsthistorisches Museum Wien
Publisher:
Kunsthistorisches Museum Wien
Document type:
Series
Collection:
House Publications
KHM-Yearbook
Copyright:
Attribution-ShareAlike 4.0 International (CC BY-SA 4.0)
KHM-Museumsverband
Language:
German
ISSN:
0075-2312
0258-5596

Periodical volume

Persistent identifier:
0061482
Title:
Jahrbuch der Kunsthistorischen Sammlungen in Wien, Band 20 (N.F.)
Shelfmark:
10.230
Volume count:
XX=56
Publisher:
Schroll & Co.
Document type:
Periodical volume
Collection:
House Publications
KHM-Yearbook
Publication year:
1960
Copyright:
Attribution-ShareAlike 4.0 International (CC BY-SA 4.0)
KHM-Museumsverband
DOI:
10.60477/khm1-0061482
Language:
Deutsch

Chapter

Title:
DIE MÜNCHNER HARNISCHVORZEICHNUNGEN DES ÉTIENNE DELAUNE FÜR DIE EMBLEM- UND DIE SCHLANGEN-GARNITUR HEINRICH II. VON FRANKREICH
Author:
Thomas, Bruno

Contents

Table of contents

  • Jahrbuch der Kunsthistorischen Sammlungen in Wien
  • Jahrbuch der Kunsthistorischen Sammlungen in Wien, Band 20 (N.F.) (XX=56)
  • Cover
  • Endsheet
  • Title page
  • Imprint
  • Contents
  • DIE MÜNCHNER HARNISCHVORZEICHNUNGEN DES ÉTIENNE DELAUNE FÜR DIE EMBLEM- UND DIE SCHLANGEN-GARNITUR HEINRICH II. VON FRANKREICH
  • DIE ANFÄNGE DES CLAUDE LORRAIN
  • HIEREMIAS GUNDLACH: NOVA HISPANIAE REGNORUM DESCRIPTIO
  • CARLO DOLCI. STUDIEN ZUR RELIGIÖSEN MALEREI IM 17. JAHRHUNDERT
  • Register
  • Abbildungsnachweis
  • Cover

Full text

DIE MÜNCHNER HARNISCHVORZEICHNUNGEN DES 
ET1ENNE DELAUNE FÜR DIE EMBLEM- UND DIE 
SCHLANGEN-GARNITUR HEINRICHS II. VON FRANKREICH 
Von Bruno Thomas 
Der einzigartige Bestand der Staatlichen Graphischen Sammlung in München an originalen Vor 
zeichnungen des höheren 16. Jahrhunderts zu prunkvoll getriebenen Harnischen für Mann und Roß, 
zu Helmen und Schilden - dort seit Hefner-Alteneck unter dem Namen des bayrischen Hofmalers 
Hans Müelich (1516-1573) gereiht - birgt trotz seit neunzig Jahren fortgesetzter Bemühungen noch 
immer eine ganze Reihe von Problemen. Ihre Lösung kann nur schrittweise in wohlüberlegten Zügen 
gesucht werden*. 
Wenigstens für einen Teil der Zeichnungen lieferten, wie seit je bemerkt wurde, gelegentlich auftretende 
Monogramme einen gewissen Anhalt, was den ursprünglichen Auftraggeber, den beabsichtigten Träger 
der darnach auszuführenden Prunkwaffen betrifft. F steht für Franz I. von Frankreich (geboren 1494, 
regiert 1515 bis 1547), H für seinen Sohn Heinrich II. (geboren 1519, regiert 1547 bis 1559), dabei die 
entsprechenden Embleme beider Könige. Weitere Zeichnungen, ferner ein paar im Original oder nur im 
Bildnis überlieferte Prunkwaffen, nach Münchner Zeichnungen ausgeführt, erweisen als weitere Besitzer 
König Erich XIV. von Schweden, einen Kaiser (nämlich Maximilian II.), einen französischen Prinzen 
(nämlich den späteren König Heinrich III.). Durchaus nicht immer muß es sich dabei jedesmal um die 
Persönlichkeit handeln, für die die entsprechenden Entwürfe ursprünglich gedacht waren. Jeweils muß 
man auch mit Übertragungen, mit späterer Ausführung für andere Personen rechnen. 
Was mit Franz I. von Frankreich selbst, mit dem Stil seiner höfischen Kunstbestrebungen zusammen 
hängt, das ist mit einer ersten, frühesten Gruppe von 27 Zeichnungen bereits behandelt 1 . Für den 
Rest der Entwürfe besteht weiterhin als erste Forderung, jede einzelne Darstellung nach ihrem Ver 
wendungszweck zu deuten und zu bestimmen. Hand in Hand damit ist das bisher ganz ungeordnete 
Material an Blättern einer Gruppierung und Gliederung in Zusammenhängen zu unterziehen. Nach 
dieser Richtung ließen sich - ganz zu Recht - begründende Aufschlüsse weit über die bisherigen Er 
kenntnisse erwarten. Hier sind am sichersten neue Einsichten zu bieten, verwertbar für die Lösung der 
übrigen, auf dem Fuße folgenden Fragen. 
Die vorliegende Untersuchung sondert jene Vorzeichnungen für Harnische aus, die, ähnlich wie jene 
fünf Harnischteil-Entwürfe mit dem ,,H“ Heinrichs II., die totale dekorative Flächenfüllung auf beherr 
schende Kartuschen mit komplizierter, immer wieder abgewandelter Rahmung in einem Übergang von 
Roll- zu Bandwerk abgestellt haben. Gegenüber diesem reichen, sich vordrängenden ornamentalen Gerüst 
treten die - zumeist im Oval, aber auch im Rechteck oder in Zwickeln - eingeführten Füllgegenstände, 
Einzelfiguren oder bescheiden mehrfigurigen Szenen noch recht merkbar zurück. 
Die zu den Harnischen gehörigen Schildentwürfe werden hier noch nicht behandelt. Einige von 
ihnen, nämlich solche mit zentralen, bildhaften Schilderungen von dichtem Schlachtgewühl, leiten zu 
einem anderen Dekorationssystem über. Es ist durch jene beiden Vorzeichnungen vertreten, bei denen 
vielfigurige Szenen im Mittelpunkt des Interesses stehen, während das Rahmenwerk zu ganz dünnen 
flachen Bändern in flutenden Umrissen zusammengeschmolzen oder gar ganz verschwunden ist und 
die lockeren Füllmotive sich sichtlich vom Zwang der geometrischen „Fessel“ befreit haben. - Einem 
*) Dem Direktor der Staatlichen Graphischen Sammlung München, Peter Halm, ist auch diesmal wärmstens Dank zu sagen für 
bereitwillig erteilte Genehmigung zur Publikation und jederlei Förderung beim Studium des Materials ebenso wie für seiner 
zeitige photographische Aufnahme der Bestände auf Wunsch der Stockholmer Leibrüstkammer, deren verstorbenem Direktor 
Torsten Lenk ich ein Exemplar der Abzüge verdanke. Der Direktor der Graphischen Sammlung Albertina Wien, Otto Benesch. 
hat mir erneut in zuvorkommendster Weise seine Beratung und Unterstützung erwiesen. 
x ) Bruno Thomas, Die Münchner Harnischvorzeichnungen im Stil Franyois I er , in: Jahrbuch der Kunsthistorischen Sammlungen, 
Bd. 55, Wien 1959, S. 31-74.
	        

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