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Jahrbuch der Kunsthistorischen Sammlungen in Wien, Band 15 (N.F.) (XV=51)

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CC BY-SA: Attribution-ShareAlike 4.0 International. You can find more information here.

Bibliographic data

fullscreen: Jahrbuch der Kunsthistorischen Sammlungen in Wien, Band 15 (N.F.) (XV=51)

Series

Persistent identifier:
990001151390203331
Title:
Jahrbuch der Kunsthistorischen Sammlungen in Wien
Place Of Publication:
Wien
Kunsthistorisches Museum Wien
Publisher:
Kunsthistorisches Museum Wien
Document type:
Series
Collection:
House Publications
KHM-Yearbook
Copyright:
Attribution-ShareAlike 4.0 International (CC BY-SA 4.0)
KHM-Museumsverband
Language:
German
ISSN:
0075-2312
0258-5596

Periodical volume

Persistent identifier:
0061477
Title:
Jahrbuch der Kunsthistorischen Sammlungen in Wien, Band 15 (N.F.)
Shelfmark:
10.230
Volume count:
XV=51
Publisher:
Schroll & Co.
Document type:
Periodical volume
Collection:
House Publications
KHM-Yearbook
Publication year:
1955
Copyright:
Attribution-ShareAlike 4.0 International (CC BY-SA 4.0)
KHM-Museumsverband
DOI:
10.60477/khm1-0061477
Language:
Deutsch

Chapter

Title:
ZUR SYMBOLIK VON GIORGIONES „DREI PHILOSOPHEN“
Author:
Klauner, Friderike

Contents

Table of contents

  • Jahrbuch der Kunsthistorischen Sammlungen in Wien
  • Jahrbuch der Kunsthistorischen Sammlungen in Wien, Band 15 (N.F.) (XV=51)
  • Cover
  • Prepage
  • Title page
  • Imprint
  • Contents
  • Dedication
  • ZUR ANALYSE DES SPÄTANTIKEN PORTRÄTS
  • HARNISCHSTUDlEN. VI. STILGESCHICHTE DES PLATTENHARNISCHES VON 1440—1510
  • DIE TAT DES GIORGIONE
  • ZUR SYMBOLIK VON GIORGIONES „DREI PHILOSOPHEN“
  • JOST BURGIS BEITRAG ZUR FORMENTWICKLUNG DER UHREN
  • STUDIEN ÜBER DIE ANWENDUNG DES HELLDUNKELS IN DEN WERKEN GUIDO RENIS
  • Register
  • [Zusammenfassung]
  • Cover

Full text

ZUR SYMBOLIK VON GIORGIONES „DREI PHILOSOPHEN“ 
VON FRIDERIKE KLAUNER 
Es gibt Kunstwerke, über die zuviel geschrieben wird. Die Gründe hierfür sind zwar meistens durchaus 
verständlich: man kann über ihre zeitliche Bestimmung nicht schlüssig werden oder die örtliche Ein 
ordnung wird nicht gefunden oder ihr inhaltliches Programm steht nicht fest. Trotzdem hat manchmal 
der Kunsthistoriker das Gefühl der Peinlichkeit vor diesen Werken, an denen immer wieder, ohne 
Unterlaß, herumgedeutet wird. Das spontane Erlebnis der Qualität allein genügt nicht, seine Berech 
tigung und Gültigkeit will im nachhinein Punkt für Punkt nachgewiesen werden. Dabei kann es 
Schwierigkeiten geben; und nie wird es deutlicher als in diesen Momenten, daß ein Kunstwerk, einmal 
gelöst von seinem Autor, ein abgeschlossenes, selbständiges, unabhängiges, lebendiges Wesen ist, das 
entschiedenen Widerstand leistet gegenüber allen Bemühungen, seine Persönlichkeit durch Klassi 
fizierung zu brechen. Die ihm entlockten Aussagen gehen seinen Wert so wenig an, daß sie belanglos 
erscheinen; unserem gewissermaßen taktlosen Drängen setzt es eine Würde entgegen, die beschämt. 
Eines dieser Werke, über die man sich bereits scheut zu schreiben, sind die „Drei Philosophen“ von 
Giorgione. Geschieht es hier trotzdem, dann nur in der Hoffnung, wenigstens einen Fragenkomplex 
abbauen zu können, der seit langem einer vollen Apperzeption hinderlich im Wege steht und da 
durch die Persönlichkeit des Bildes störend überschattet. 
Die Komposition der „Drei Philosophen“ (Abb. 135) erscheint zunächst etwas befremdend. Rechts der 
farbige Block der drei Figuren, links die dunkle braune, höhlenartig überhängende Felswand, die zu 
den Figuren kein eigentliches Gleichgewicht herstellt, sondern trotz aller Gliederung und Beleuchtungs 
effekte merkwürdig leer wirkt. Denkt man daran, daß das Bild ursprünglich um fast 20 cm breiter war 
als heute und daß die Verbreiterung im wesentlichen auf der linken Seite lag, so ist das Ganze noch 
ungewöhnlicher 1 . Es war also der Sitzende im Originalzustand nicht im Bildzentrum wie jetzt, sondern 
nach rechts hinaus verschoben; der Felsen aber war noch breiter und beherrschte zumindestens durch 
seine flächenmäßige Ausdehnung das Bild 2 . Am Anfang des 16. Jahrhunderts ist eine solche Kompo 
sition in formaler wie auch in farblicher Hinsicht recht ungewöhnlich. 
Nun muß aber der Maler ein Motiv gehabt haben, irgendeinen Grund, die linke Bildseite als Bild 
faktor so bedeutsam und übergewichtig erscheinen zu lassen. Offenbar liegt der Grund nicht in formalen 
Überlegungen. 
Wie schon berichtet 3 , kamen nach der Abdeckung der Felswand (Abb. 136) zum Vorschein: ein wilder 
fruchttragender Feigenbaum 4 , links daneben eine Efeuranke, die den Felsen hinaufwächst. An ihren 
Wurzeln fließt ein Quell aus dem Berg. Man hat- sich vorzustellen, daß die Pflanzen im Originalzustand 
viel mehr zur Geltung gekommen sind. Übermalung und Firnisse haben die grüne Farbe der Feigen 
blätter stellenweise so angegriffen, daß sie braun geworden, in den dunklen Grund versunken und manche 
von ihnen, ebenso wie die wenigen Früchte, nur bei sehr starkem Licht zu erkennen sind. Auch der 
Efeu, von Anfang an etwas bräunlicher als die Feigen, hebt sich nicht deutlich vom Grund ab. 
ln der Originalfassung standen Feige und Efeu fast in der Bildmitte; das läßt annehmen, daß sie 
auch gedanklich im Zentrum standen. Überdies schaut der junge sitzende Mann eindringlich auf die 
Felswand, nämlich auf die beiden Pflanzen. So ist eine Beziehung zwischen diesen, dem übermächtigen 
Felsen auf dem sie wachsen und dem Mann hergestellt, die nicht zufällig sein kann. Es sind nämlich 
keineswegs nur malerische Aufgaben, die der Feige und dem Efeu zukommen. Denn beide findet man 
nicht'nur auf den „Drei Philosophen“. 
Mindestens fünf Themengruppen ist die Feige zugeordnet 5 : 
1. Sündenfall: a) Adam und Eva unterm Feigenbaum, 
b) Mythologische Liebesszenen. 
1) J. Wilde, Röntgenaufnahmen der „Drei Philosophen“ Giorgiones und der „Zigeunermadonna“ Tizians, JbKhS. Wien. NF. 
6. Bd„ 1932, S. 142ff. — L. Baldass, Zu Giorgiones „Drei Philosophen“, JbKhS. Wien, 50. Bd., 1953, S. 122. 
2 ) Baldass, S. 125, Abb. 141. 
3 ) Baldass, 8. 121. 
4 ) Caprificus. L. Venturi, Giorgione, 1953, 8. 30, hält ihn irrtümlich für Efeu. 
5 ) Es wird nicht nur der wilde Feigenbaum, also caprificus, dargestellt, sondern auch der angebaute Feigenbaum, ficus carica. 
Da beide derselben Gattung angehören, der Caprificus nur kleinere Früchte trägt, unterscheiden sie sich nicht in ihrem 
Bedeutu i i gsgehal t. 
Jahrbuch 51 
10
	        

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