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Jahrbuch der Kunsthistorischen Sammlungen in Wien, Band 1 (N.F.) (I=37)

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CC BY-SA: Attribution-ShareAlike 4.0 International. You can find more information here.

Bibliographic data

fullscreen: Jahrbuch der Kunsthistorischen Sammlungen in Wien, Band 1 (N.F.) (I=37)

Series

Persistent identifier:
990001151390203331
Title:
Jahrbuch der Kunsthistorischen Sammlungen in Wien
Place Of Publication:
Wien
Kunsthistorisches Museum Wien
Publisher:
Kunsthistorisches Museum Wien
Document type:
Series
Collection:
House Publications
KHM-Yearbook
Copyright:
Attribution-ShareAlike 4.0 International (CC BY-SA 4.0)
KHM-Museumsverband
Language:
German
ISSN:
0075-2312
0258-5596

Periodical volume

Persistent identifier:
0059622
Title:
Jahrbuch der Kunsthistorischen Sammlungen in Wien, Band 1 (N.F.)
Shelfmark:
10.230
Volume count:
I=37
Publisher:
Schroll & Co.
Document type:
Periodical volume
Collection:
House Publications
Publication year:
1926
Copyright:
Attribution-ShareAlike 4.0 International (CC BY-SA 4.0)
KHM-Museumsverband
DOI:
10.60477/khm1-0059622
Language:
German

Chapter

Title:
VELAZQUEZ' BILDNIS DER INFANTIN MARGARETA THERESIA AUS DEM JAHRE 1659
Author:
Glück, Gustav

Contents

Table of contents

  • Jahrbuch der Kunsthistorischen Sammlungen in Wien
  • Jahrbuch der Kunsthistorischen Sammlungen in Wien, Band 1 (N.F.) (I=37)
  • Cover
  • Endsheet
  • Title page
  • Imprint
  • Dedication
  • Preface
  • Contents
  • Verzeichnis der Tafeln
  • Verzeichnis der Abbildungen
  • DER ADLER-CAMEO IN WIEN
  • PORTRÄTKOPF DER HEILIGEN HELENA
  • DIE WELTLICHE SCHATZKAMMER IN WIEN. (NEUE FUNDE UND FORSCHUNGEN.)
  • JACOPELLO DAL FIORE
  • DAS GRABDENKMAL DES ORSATO GIUSTINIANI. EIN BEITRAG ZUR GESCHICHTE DER VENEZIANISCHEN SKULPTUR IM QUATTROCENTO
  • BETRACHTUNGEN ZUM WERKE DES HIERONYMUS BOSCH
  • PAOLO VERONESE UND FARINATI
  • DER STIL »RUSTIQUE«. DIE VERWENDUNG DES NATURABGUSSES BEI WENZEL JAMNITZER UND BERNARD PALISSY
  • VELAZQUEZ' BILDNIS DER INFANTIN MARGARETA THERESIA AUS DEM JAHRE 1659
  • DIE RENAISSANCEMEDAILLE IN ÖSTERREICH. (MIT EINEM EXKURS ÜBER HUBERT GERHARD ALS MEDAILLEUR)
  • SEICENTOSTUDIEN
  • Cover

Full text

VELAZQUEZ’ BILDNIS 
DER INFANTIN MARGARETA TH E RE SIA 
AUS DEM JAHRE 1659. 
VON GUSTAV GLÜCK. 
eschmackswandlungen, die mit der Entwicklung des Stils einer bestimmten Zeit im Zusammenhänge 
stehen, führen nicht selten zu Ungerechtigkeiten großen Verstorbenen gegenüber. Das Streben nach 
einer Kunst des Ausdrucks, worin viele — und wir glauben wohl mit Recht — das eigentliche Wollen 
unsrer Tage erkennen, nimmt unserm Urteil die Unbefangenheit. Manche meinen, Dürer hinter Grünewald, 
Velazquez hinter Greco zurücksetzen zu sollen, obwohl es sicherlich besser wäre, nach dem Vorschläge 
Goethes, gelegentlich des Streits um den Vorrang zwischen ihm und Schiller, sich zu »freuen, daß überall 
ein paar Kerle da sind, worüber sie streiten können«. 
Bei Velazquez freilich ist die Richtung nach dem rein Malerischen, die schon in der venezianischen 
Malerei, bei Giorgione und Tizian, beginnt, auf das reinste, folgerichtigste, aber auch auf das einseitigste 
ausgebildet. Velazquez ist Maler, nichts als Maler, und zwar nach dem Urteil eines feinsinnigen Franzosen, 
der malerischeste Maler, der je gelebt hat. 
In seinen Bildnissen sieht man, wie wenig Wert er trotz aller Gediegenheit und Sorgfalt der Zeichnung 
auf Abwechslung in der Komposition und damit in der Stellung seiner Modelle legt; er gibt sich nicht einmal 
die Mühe, die heute ein Photograph nicht scheut, die Posen der Dargestellten zu variieren. Nimmt man auf 
die Farbe keine Rücksicht, so würde die Beschreibung seiner Porträts immer gleich lauten: das Modell sieht 
fast in voller Ansicht den Beschauer an, legt die Hand des ausgestreckten rechten Armes auf einen Tisch, eine 
Sessellehne oder den Reifrock, der linke Arm ist gesenkt und die Hand hält einen Fächer, ein Taschentuch, eine 
Blume oder auch nichts. Diese Haltung ist nicht nur bei Velazquez sondern schon bei seinen Vorgängern, den 
früheren spanischen Hofmalern, ohne Abwechslung die gleiche. Es scheint fast, als ob selbst für die Bildnisse 
ein spanisches Zeremoniell geherrscht hätte, an dem zu rütteln Velazquez wohl hätte wagen können, weil er an 
seinem Hofe persona gratissima war, an dem er aber nicht gerüttelt hat, weil ihm nicht das Geringste daran lag. 
Um etwas ganz anderes handelte es sich für ihn. Schon allein an den Bildnissen der jungen Prinzessin 
Margareta Theresia (geb. am 12. Juli 1651), die durch den Pinsel des Velazquez berühmter geworden ist als 
durch ihre Würde als Kaiserin, kann man das verfolgen; sie fallen alle in die Zeit der höchsten Stufe seiner 
künstlerischen Entwicklung, in das letzte Jahrzehnt seines Schaffens. Unter all den Kindern einer etwas ent 
arteten Rasse ist diese Tochter Philipps IV. aus seiner zweiten Ehe mit Marianne von Österreich weitaus 
das lieblichste; selbst ein scharf kritischer Franzose wie der Herzog von Grammont nennt sie »einen 
kleinen Engel« und findet sie »so lebhaft und hübsch, wie nur möglich«. Schon als die Infantin im zar 
testen Alter stand, wurden zwischen dem österreichischen und dem spanischen Hofe Heiratsverhandlungen 
geführt und man interessierte sich in Wien früh für ihre äußere Gestalt. Es ist daher kein Zufall, daß das 
Wiener Kunsthistorische Museum eine Reihe von Bildnissen Margareta Theresias besitzt. Bisher waren es 
nicht weniger als vier, freilich nicht alle von der Hand des Velazquez. Das früheste und zugleich das 
schönste von diesen ist eines der berühmtesten Bilder der ehemals kaiserlichen Gemäldesammlung; es zeigt 
die Prinzessin im Alter von kaum drei Jahren, mit ihrem runden Kindergesichtchen, welches, wie das aller 
dieser spanisch-habsburgischen Kinder, ein wenig blaß ist, mit hellblauen Augen und ganz feinen, aschblonden 
Haaren, in blaßrotem, silberbesticktem Kleidchen, das noch nicht die für spätere Jahre vorbehaltene Form 
des Reifrocks zeigt. Die kleine Gestalt hebt sich von dem Grünblau eines Vorhangs, das sich in der Tisch 
decke fortsetzt, und zugleich von dem dunkelroten Smyrnateppich ab und der berückende Farbenzauber 
des völlig eigenhändigen Gemäldes gipfelt gleichsam in dem Blumenstrauß, der auf dem Tische steht. 
Das, worauf es dem Meister allein ankommt, tritt uns hier schon entgegen: man spürt nichts mehr von 
dem Stofflichen der Malerei, von der Führung des Pinsels, man vergißt völlig, daß das Bild aus öligen Farben 
und harzigem Firnis auf Leinwandgrund besteht, ebenso wie man bei den Tönen, die etwa ein Rubinstein 
oder ein Casals aus ihren Instrumenten hervorzaubern, nicht mehr an Tasten und Hammer des Klaviers
	        

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